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Schlafsack für 3 Season, Daune oder Kunstfaser?

Welcher Schlafsack? Benzinkocher gesucht? Zelt zu verkaufen?

Schlafsack für 3 Season, Daune oder Kunstfaser?

Beitragvon mic_schaf » 17.02.2020 22:55

Hallo!

Ich reise jetzt seit über 5 Jahren mit Zelt, Schlafsack und Motorrad durch Europa. Von Nordkap knapp über 2° bis Gibraltar 30° in der Nacht...

Inzwischen habe ich hier 3 Schlafsäcke liegen:
-Louis 70er Nordisk, Compf. 8°, Limit 3°, Extr. -5° der war schon mal ganz schlimm wenn morgens Eis auf´m Zelt war. :shock:
-Nordisk Hjalmar, Compf. 4°, Limit -2°, Extr. -20° der war zuerst sehr geeignet, jetzt nach 5 Jahren ist er KO! (Eiskalt bei 8°) :oops:
Adventurerigde (aldi) Compf 1,1°, -4,6°, Extr.-22° noch nicht ausprobiert, habe Zweifel ???

Wie wäre es statt dessen mit einem Yeti Shadow 300?
2°, -3°, -19°, viel weniger Packmaß, Daune und vielleicht auch nicht schon nach 5 Jahren kaputt???
. :roll:
Wie lange hält Daune?

Ist das normal, das Kunstfaser nach 5 Jahren ko ist?
Nein, war nicht im Pack-sack, sondern lag offen, wenn er nicht benutzt wurde :?

Ich frage mal hier die Experten, weil so ganz billig ist der ja nicht... :mrgreen:
mic_schaf
 
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Re: Schlafsack für 3 Season, Daune oder Kunstfaser?

Beitragvon xix » 18.02.2020 10:19

Hallo mic_schaf,

Experte bin ich nicht, aber meine Erfahrungen teile ich gerne.

So wie du bin ich auch meist mit Zelt in Europa unterwegs.

Früher hatte ich einen Armeeschlafsack (USA) mit Daune. Der hat zuletzt gestunken und Federn verloren. Hab ihn dann durch einen Kunstfaserschlafsack von Haglöfs ersetzt. Die Werte von dem weiß ich nicht mehr. Allerdings war er bei 5 Grad Nachts in Norwegen eindeutig zu kalt.

Vor zwei Jahren, für meine Reise nach Island, kaufte ich mir wieder einen Daunenschlafsack. Diesmal einen Exped Comfort 600. Der hat Comfort minus1 Grad und Extrem minus 22 Grad.

Diese Werte halte ich aber für zweitrangig, da sie sich eh nur aus dem Dämm-Füllgewicht errechnen. Wichtiger scheint mir das Gesamtkonzept. Ein relativ niedriges Zelt hält die Wärme besser. Eine Schlafmatte mit Luftpolster isoliert gegen Bodenkälte. Lange Merino-Unterwäsche, wenn nötig auch doppelt getragen, wirkt nach dem Zwiebelprinzip. Wenn die Kapuze des Schlafsacks richtig geschlossen wird, verlierst du keine Wärme nach oben. Der Schlafsack muss immer möglichst trocken und aufgelockert sein.

All das hat sich in Island, mit Rauhreif auf dem Zelt am Morgen, bei mir bewährt.

Ich habe nur noch einen Schlafsack, den Exped, für meine Reisen. Er hat noch einen wesentlichen Vorteil bei warmen Temperaturen im Süden. Er lässt sich komplett öffnen und somit als Decke verwenden. Das, in Kombination mit einen Zelt mit zwei Eingängen zur Durchlüftung nachts, funktioniert auch bei schwülwarmen Nächten.

Die Haltbarkeit eines Schlafsacks, insbesondere Daune, hängt nach meiner Meinung sehr von der Pflege und der Achtsamkeit beim Gebrauch ab. Durchlüften und bei Nichtgebrauch offen hängen lassen, wie du es ja machst, ist Pflicht. Sehr wichtig, denke ich, ist unterwegs am Morgen den Schlafsachk aufzuschütteln und, wenn möglich, etwas auslüften zu lassen. Verpackt muss er natürlich immer trocken werden und bleiben. Dann hält der Schlafsack sicher länger als fünf Jahre.

Ich würde mir wieder einen Daunenschlafsack kaufen, auch wenn er ab und an eine Feder verliert. Das Klima im Schlafsack empfinde ich als wesentlich angenehmer, gegenüber der Kunstfaser.

Grüße an einen, und alle, Gleichgesinnten!

xix
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Re: Schlafsack für 3 Season, Daune oder Kunstfaser?

Beitragvon pip » 18.02.2020 18:43

Mein Daunenschlafsack hat 15+ Jahre gehalten, dann ging die Bauschigkeit verloren. Ich habe ihn luftig gelagert, aber manchmal musste er auch ein paar Monate leiden. Fuer die Langlebigkeit auch mal Waschen, und zum Aufbauschen mit ein paar Tennisbaellen bei niedriger Temperatur in den Trockner.
Bei ca. 600g guter Daunenfuellung komme ich bei allen Temperaturen klar, in denen ich auch Motorradfahren will. Mumie, abgedeckter, langer Reisverschluss. Das ist natuerlich subjektiv.
Ob auf Tropenreisen wegen der Luftfeuchtigkeit ein Synt.-Sack besser ist, weiss ich nicht.

Speziell Synt.-Schlafsaecke sollten nicht sorgsam zusammengepackt/gefaltet werden, sondern besser geknautscht werden. Sonst faltet man ihn wahrscheinlich immer an denselben Stellen, die dann kaputtgehen und zu Kaeltebruecken werden koennen.
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Re: Schlafsack für 3 Season, Daune oder Kunstfaser?

Beitragvon sushi » 19.02.2020 09:00

Kufa oder Daune, fast noch schwerer als das richtige Zelt. :lol:
mic_schaf hat geschrieben:Ich reise jetzt seit über 5 Jahren mit Zelt, Schlafsack und Motorrad durch Europa. Von Nordkap knapp über 2° bis Gibraltar 30° in der Nacht...
...
Ist das normal, das Kunstfaser nach 5 Jahren ko ist?


Hallo

5 Jahre auf Dauerreise mit täglichem schlafen im Schlafsack oder für diverse Reisen im Zeitraum von 5 Jahren gebraucht?

Eine Tüte die 0°bis 30° abdeckt gibt es nicht.
Bei 30° decke ich mich mit dem feuchten Badetuch zu, sonst ist mir das zu heiss. :wink:

Die Angabe der Temperaturen kannst du als Richtwert nehmen (sofern glaubwürdiger Hersteller der auch nach Norm testet), comfort schön kuschelig, Limit als Mann noch erträglich, die 3.Angabe kannst du vergessen, die ist Überleben mit Verzicht auf Körperteile.

Kufa:
Mein erster richtiger Kufa wurde mir gestellt, zusammen mit einer 1cm Schaummatte und wasserdichter Hülle.
Im Sommer zu warm und im Bereich gegen 0° selbst mit Kleidern zu kalt.
Dank einem Arztzeugnis durfte ich den Krempel wieder abgeben, Farbe gefiel mir eh nicht. 8)
War wohl die teuerste Ausrüstung die ich je hatte, gemessen an dem was der Käufer wohl bezahlt hatte.

Daune:
Privat kaufte ich vorher und nachher sowiso nur Daune.
Packmass, Schlafkomfort, etc.
So alle 10 Jahre mal wieder einen neuen.

Waschen eher selten da er dann immer etwas Leistung verlor.
Verwende gerne ein Baumwollinlet (Hüttenschlafsack), das geht bei jedem Kleiderwaschen mit.
Das Kissenteil vom Hüttenschlafsack drehe ich um und stecke die Liegematte rein.
Dann liege ich nur im Hüttenschlafsack und stecke die Füsse in den offenen Schlafsack.
Wird es kühler ziehe ich diesen etwas mehr zu und irgendwann kommt eben der ganze Hüttenschlafsack mit rein.
Trage dabei immer nur T-shirt und Shorts, sobald ich (saubere, nicht die aus den Tagsüber in den Motorradstiefeln getragenen) Socken und lange Unterwäsche verwende kann ich auf den Hüttenschlafsack auch verzichten.

Mein letzter war ein Hybrid, unten Kufa und oben Daune (650er?).
In Kanada gekauft, hier noch nie gesehen.
2011 gekauft für meinen RTW und nachher auch noch intensiv verwendet, Daunenteil ist noch gut aber der Kufateil ist durch.
Der war ein Glückskauf/Schnäppchen, unter 200 sFr.
Hatte bisher immer so 200-300 sFr für Daunentüten bezahlt.
Einmal einen Sommerschlafsack unter 100 sFr aber der verlor stark Daunen, hat täglich im Zelt geschneit, in die Kleidersammlung gespendet.
Qualität kostet etwas.

Aktuell einen WM Antelope mit 850er Daune, bei 2°bis 15° nur als Decke verwendet.
Selbst die etwa 2 Wochen mit viel Regen bei 2°bis 5° in Nordnorwegen waren kein Problem von der Feuchtigkeit obschon das ja die schwierigen Bedingungen sind für Daune mit hohem cuin.

Brauche nun noch einen für die wärmeren Tage 15° bis 25°, wird aber was günstigeres als WM.
(WM empfehle ich wie Hilleberg nur denen die den Mehrwert schätzen und bereit sind diesen auch zu bezahlen)

Zu Yeti findest du hier sicher noch Infos:
https://www.outdoorseiten.net/forum/for ... 3%A4cke-Co

Die Wichtigkeit der Matte wurde ja schon erwähnt. :wink:

gruss sushi
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Re: Schlafsack für 3 Season, Daune oder Kunstfaser?

Beitragvon mic_schaf » 22.02.2020 21:54

Danke für die bisherigen Ratschläge/Tipp´s!

Ich habe mir den Premium Schlafsack bestellt... weil: Weniger Pack-maß und weniger Gewicht.

Ob der länger hält als der vorherigen Nordisc Schlafsack für immerhin 70€ wird sich zeigen...

5 Jahre dauerhaft auf Weltreise... der war gut!

Wie macht man das mit einem Schlafsack... 38° im Zelt geht ja noch: Ohne Außenzelt und nur das Inlay.

Aber -20° auf´m Altiplano mitten auf dem Salzsee oder in der offenen Landschaft ohne Windschutz? :shock:

Den Unterschied zwischen Zelt steht im Windschatten hinterm Haus und Zelt steht frei habe ich in Norwegen auf die harte Tour heraus finden müssen... :roll:
mic_schaf
 
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