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Die letzte Etappe ans Ende der Welt

Für alle und alles zwischen Alaska und Patagonien.

Die letzte Etappe ans Ende der Welt

Beitragvon Heiko » 01.02.2006 18:12

Hallo aus Suedamerika,

bevor es mir zu heimisch in Bariloche wurde habe ich wieder das Motorrad gesattelt & bin wieder einmal ueber die Anden nach Chile gefahren. In der nicht allzu atraktiven Hafenstadt Puerto Montt habe ich nur 1 Nacht verbracht. Am naechsten Tag bin ich gleich auf die Insel Chiloe gefahren. In einer Hospedaje mit Meeresblick habe ich 2 Tage bei alle 5 Min. wechslendem Wetter verbracht. Hier ist selbst der Sommer nicht der schoenste. Die Leute die direkt an der Kueste wohnen bestreiten ihren Lebensunterhalt mit Viewirtschaft & Fischerrei. Chilotes (Einwohner Chiloe) die weiter im Inneren wohnen leben nur von Viehwirtschaft. Dann habe ich noch 2 Tage in der Inselhauptstadt Castro verbracht. Einige der Haeuser stehen auf Stelzen im Wasser & sind bunt angemalt.

An einem recht schoenen Tag bin ich mit einer Faehre zurueck auf das Festland gefahren. Chaiten, ein kleiner Outpost am noerdlichen Anfang der Caretera Austral, am Fusse der Anden. Dunkle Wolken, das Ende der Welt Stimmung, 20 Tage Sonne im Jahr, von einem uebergruenen Nationalpark in den Bergen umgeben. Am Abend als ich ankam hatte es
natuerlich geregnet. Der naechste Tag hat sich denn recht sonnig gezeigt & ein nahegelegener Wasserfall konnte besucht werden. Am spaeten Nachmittag bin ich noch zu den 20Km. enfernten heissen Quellen gefahren.

Am naechsten Tag bin aufgebrochen um die Caretera Austral nach sueden zu fahren. Nach 20 Km. war das Asphaltband zu ende. Eine Schotterpiste mit vielen Schlagloechern hat mich nach Puyuhuapi gebracht. An einer Tankstelle vor Puyuhuapi habe ich eine Mittagspause zu Frank Sinatras Klaengen einegelegt. Die ganze Umgebung der Tankstelle wurde beschallt. Puyuhuapi wurde in den 40zigern von deutschen gegruendet. manche Hospedajen & Restaurants haben deutsche Namen. Nach der Ortschaft wurde die Piste dann aerger. Zu den vielen Schlagloechern haben sich noch mehr gesellt. die Piste war
teilweise so schmal das gerade noch 1 Auto Platz hatte. Die dichte Vegetation hat dierkt bis an die Piste heran gereicht. Dann galt es ein paar Kuehen aus zu weichen. Dabei bin ich auf den sehr weichen Rand der Piste geraten. Mein Fuss ist beim Sturz unter das Motorrad geraten & ich habe mir mein Knie ordentlich verdreht. Nach ein paar Minuten herumhumpeln habe ich erst einmal die Karre aus dem Dreck gefahren. Um meinem Unmut ein wenig Luft zu machen habe ich die Kuehe angebruellt, mich vorsichtig auf das Mot. gehievt & weiter ging die Fahrt.

Nach einer Baustelle & 70 Km. Asphalt war ich wohlbehalten in Coyhayque. Mein schmerzendes Knie hat mir ueberhaupt nicht gefallen. Nach einem Abendessen bin ich dann doch in ein Krankenhaus gegeangen. Dort hat man mir kurzerhand das Bein eingegibst um das Knie ruhig zu stellen. Die folgenden 2 tage habe ich dann in der Hospedaje mit Bein hochlegen & Metetee trinken verbracht. Ein Schwaetzchen mit 2 deutschen Radfahrer & einem Amerikaner haben mir die Zeit vertrieben. Nach 2 Tagen kam der Gibs ab & mein Knie liess sich wieder halbwegs gut & schmerzfrei bewegen. Die Faehre ueber den General Carrera See ist erst am uebernaechsten Tag gefahren & so konnte sich mein Knie noch einen Tag erholen.

An der Faehre habe ich einen Brasilaner, ebenfalls auf einem Motorrad, getroffen. Bei einemMittgaessen & warten an der Mole auf der faehre habe ich Reiseerfahrungen mit ihm ausgetauscht. Auf der 2.5 std. ueberfahrt habe ich uns einen Kaffe gezaubert. Manolo hat denn auch noch ein paar Kekse hervorgezaubert. In Chile Chico auf der anderen Seite des Sees sind noch seine 2 Freunde dazu gestossen. Sie sind mit ihren Mot. auf einer Schotterpiste um den See gefahren. Ein Australier, auch mit einem Mot. unterwegs, mit dem sich die Brasilianer verabredet hatten war auch da. Bei einem gemuetlichen Abendessen wurde Benzin geplaudert.

Am naechsten Tag bin ich mit den 3 Brasilianern an die Ostkueste gefahren & weiter die Ruta 3 nach Rio Gallegos. Davor galt es mal wieder die Grenzformalitaeten nach Argentinien zu erledigen. Die Ruta 40 die oestlich der Anden nicht asphaltiert in den Sueden uehrtwollte ich nicht fahren. Ausserdem ist mit dem starken, boehigen Wind nicht zu spassen. Es ist schon manchmal nicht leicht uf einer Asphaltierten Strasse auf Kurs zu bleiben. Am 3. Tagwaren wir El Calafate in den Anden. Dort stuertzt das Eis des Perito Moreno Gletscher in einen See. In den 2 Stunden in denen ich am Gletscher sass brachen 4x groessere Eisbrocken ab & sind mit Getoese in den See gefallen. Ausserdem ist ein staendiges krachen des Eises zu vernehmen. Abends habe ich mich von den Brasilianern verabschiedet. Ich selber bin 1Tag spaeternach Puntas Arenas weiter gefahren. Obwohl die Strasse geradeaus ging bin ich doch den groessten Teil der strecke in Schraeglage gefahren. Zu dem Starken Wind haben sich auch nochBoehen gesellt die mich immer wieder im Zick Zack fahren liessen.

In Punta Arenas angekommen fand ich eine nette kleine Herberge. Man hatte den Eindruck man wohnt bei alten Freunden. Mit anderen Gaesten & den Gastgebern sass ich Abends im Wohnzimmer auf ein Schwaetzchen. In der naehe von Punta Arenas nisten Pinguine am Strand. Diese habe ich besucht um mir ein Bild ueber ihre natuerlichen Lebensumstaenden zu machen. Einigeder Magellan Pinguine sassen ca. 100 Meter vom Strand enfert in den Duenen. Dort haben sie Ihre Bruthoelen. Andere sassen am strand & haben auf ihre jungen aufgepasst. Mehr & mehr kamen von der Jagt nach Fisch aus dem Meer an den Strand zurueck. Der kalte Wind hat mich nach kurzer Zeit wieder zurueck in die waermende Hospedaje getrieben. Auf einer Faehre bin ich am naechsten Tag ueber den Estrecho de Magellanes auf die insel Feuerland gefahren.

Die Insel Feuerland gehoert zur Haelfte Chile. Die Grenze musste mal wieder ueberwunden werden. Dort habe ich Marcelo aus Barsilien getroffen & wir sind zusammen bis nach Ushuaia gefahren. Die Ankunft wurde mit einer Parillada (Gegrilltem Fleisch) so viel man wollte in einem Restaurant gefeiert. Ein grosses Kreuzfarschiff lag vor Anker & hat die Stadt mit Touristen ueberschwemmt. Die Auslagen der Geschaefte ein Paradies fuer Souvegnirjaeger zu stolzen Preisen.

Nach 608 Tagen, 88.233 Km., 14 Laender, einem Stossdaempfer & Gabeldichtringe, 29 Stuertzen, 33x Fingernaegel knipsen, 12 Tage auf hoher See & uebelkeit,13 Faehrfarten, 1 Nacht im Strassengraben bin ich am 29. Januar um 18h42 in Ushuaia angekommen. Das suedliche Ende des Amerikanischen Kontinents war erreicht. Das Foto im Nationalpark Tierra del Fuego zeigt das Ende der Ruta 3. Von hier aus sind es nur noch 3069 Km. bis nach Buenos Aires.


Hier findet ihr die Bilder:

http://photobucket.com/albums/b146/HeiBach/Chile/

Gruss vom Ende der Welt Ushuaia

Heiko


Motorrad fahren ist ein verdammt harter Job, aber einer muss es ja machen.
Heiko
 
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