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Spritversorgung und -qualität in Südamerika

Für alle und alles zwischen Alaska und Patagonien.

Spritversorgung und -qualität in Südamerika

Beitragvon fridolin » 05.12.2005 22:31

Liebe Zweiradfreunde!

Meine Frau und ich wollen auch mal verreisen.
Ich denke da besonders an den Süden Chile/Argentina (Patagonien) sowie den Übergang Argentina /Brasil und weiter hoch in Brasil.

Darf ich Euch dazu einige Fragen stellen:

1) Wie steht es mit der Dichte des Tankstellennetze in America Latina?

2) Wie steht es dabei mit der Spritqualität? Ich hörte / las, dass dort die Oktanzahl zum Teil bei auf unter 80 liegt. Außerdem soll angeblich Alkohol zugemischt werden, der bei längerer Verwendung GfK-Tanks anlöst und zu Verstopfungen im Vergaser und Verklumpungen durch Verbrennungshitze führt? Sind das alte Schauermärchen, oder ist damit noch zu rechnen?

3) Mit welchen Passhöhen ist in den Anden zu rechnen und welche klimatischen Bedingungen sind dort oben in Dezember bis Februar typischerweise anzutreffen bzw. worst case zu befürchten?

4) Ist der Wind dort wirklich ein ständiges, nervtötendes Problem, oder nur ein zeitlich kurz begrenztes Problemchen?


Muchas gracias, muchachos!

Fridolin
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Beitragvon gestein » 06.12.2005 09:13

Hi Fridolin,

zumindestens zu Argentinien und Chile kann ich Dir etwas sagen:

1. Das Tankstellennetz ist für die allermeisten Mopedtankgrößen ausreichend dicht, sprich 250-300km solltest Du in abgelegenen Gebieten kommen können. Im Zweifel bei COPEC einen 10-Liter-Kanister gekauft und mitgenommen.

2. In Argentinien und Chile war das Schlechteste 95 Oktan (?, irgendwo zwischen hiesigem Normal und Super)), die auch in Europa bekannten Ketten sind alle da: Shell, Esso, Texaco, BP(?). Aus Brasilien kenne ich Geschichten, daß der zugemengte Alkohol dem ein oder anderen GFK-Tank zugesetzt hat.

3. Ich habe als höchsten Paß den Paso Agua Negra befahren, gut 4.700m hoch. In der Jahreszeit sind die Pässe in der Regel geöffnet, und bei gutem Wetter sind die Paßfahrten phantastisch. Am Agua Negra hatten wir auf der Paßhöhe T-Shirt-Wetter, sonnig und gar nicht mal so kalt. Worst Case ist dementsprechend Schnee und Minusgrade, Paßsperre.

4. Als Problem würde ich den patagonischen Wind nicht betrachten, wenn Du nach Süden fährst kommt er halt ständig von rechts, gen Norden von links 8)
Auf der Fahrt nach Punta Arenas hörte ich plötzlich nur noch meinen Motor: ich war so schnell wie der Wind - rund 120km/h! Wind ist fast immer gegenwärtig im südlichen Patagonien. Auf meine Bemerkung hin, es sei aber recht windig, sagte mir ein Einheimischer, dies sei nur ein laues Lüftchen, ich solle mal kommen, wenn Sturm wäre .... :lol:

Viel Spaß bei der Tour und nehmt ordentlich Zeit mit!
Gerd
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Beitragvon Axel » 07.12.2005 00:44

hi fridolin,
zu deinen fragen koennen wir folgendes beisteuern:
1) tankstellennetz in der tat in chile und argentinien eigentlich kein problem, ausnahme: tres cruces nach baja caracoles 360 km. auch in brasilien ist das tankstellennetz gut.
2) in der tat ist in brasilien der sprit bescheiden... comun um die 70 oktan, super um die mitte 80 oktan, aber es gibt ein gutes netz mit shell tankstellen, die v-power fuer ein minimum teurer als super verkaufen 2 centavos unterschied, das kann man gar nicht in cent ausdruecken. danke shell! (wir haben brasilien gerade hinter uns). der andere sprit ist tatsaechlich mit alkohol angereichert und setzt gfk-tanks zu, wie wir von anderen persoenlich gehoert haben. also keine schauermaerchen. wir sind mit der afrika twin mit einem 43 liter polyamidtank unterwegs, die transalp hat den original, mit beiden hatten wir in brasilien kein problem. anders koennte es in bolivien aussehen, da gibt es nicht viel auswahl an sprit, und der liegt unter 80.
3) wir hatten mit dem paso de jama die hoechste stelle bei 4.848 metern, mensch und maschinen haben die hoehe gut vertragen, es lohnt sich aber, sich 2 tage zeit fuer die gewoehnung zu lassen. im norden ist es bei den hoehen sehr trocken und daher tagsueber warm, nachts kann es schon mal recht kuehl werden. worst case tatio geysire: -15 grad.
4) der wind in patagonien: aendert sich taeglich, man kann glueck haben oder genervt staendig von der piste geweht werden, surfen in schraeglage. zeitlich nicht zu begrenzen.

viel spass bei der reiseplanung, es lohnt sich absolut!
angela und axel
zur zeit in bolivien

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Beitragvon gestein » 07.12.2005 09:09

Axel hat geschrieben:[...] 3) wir hatten mit dem paso de jama die hoechste stelle bei 4.848 metern, mensch und maschinen haben die hoehe gut vertragen, [...]



Da schau her, den Paso de Jama bin ich auch gefahren, dann war das der höchste Paß. Was Mensch und Maschine (R1100GS) angeht kann ich das nur bestätigen.

@Axel: wie sind denn derzeit so die Wetterbedingungen in Bolivien? Ich plane für spätestens 2007 eine Tour dorthin.
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Beitragvon mrtuser213 » 07.12.2005 09:36

hallo fridolin

zu brasilien...
es kommt ganz darauf an, wo du über die grenze fahren willst...
im süden ist das tankstellen netz unproblematisch, und im norden an der westgrenze merklich dünner aber ebenfalls ausreichend. eine typische route ist bei iguazu über die grenze, und dann über curitiba, sao paolo, an die küste, um dann den litoral nach norden zu befahren. die sogenannte kokosnuss strecke. die ist besonders reizvoll ab salvador bis etwas südlich von recife. die strassen bedürfen ständiger aufmerksamkeit..ich meine die "schnellstrassen" ( BR) da sie teilweise sehr löcherig sind. manchmal ist eine piste ungefährlicher, da keine harten lochkanten wie auf den asphalt strassen bestehen. generell wesentlich mehr kontrollen der policia federal..grundsätzlich bei jeder einfahrt und ausfahrt einer stadt. im regelfalle recht unproblematisch. tanken kann man sehr gut mit visa..sollte sich aber immer erst erkundigen, ob diese auch akzeptiert wird...und vor allem , ob überhaupt benzin vorhanden ist. es kann durchaus vorkommen das die tankstelle trocken ist. (reservekanister !!!)
besonders zu erwähnen sind die überall aktiven motorrad clubs. die
die gibts in jeder stadt, und sind extrem hilfsbereit, manchmal fast schon vereinnahmend...überall gibt es werkstätten, die nicht unbedingt unseren vorstellungen entsprechen, aber in punkto improvisation nicht zu überbieten sind..
und noch etwas..soltets du kein portugiesisch verstehen...macht nichts..
es liegt in der natur dieser menschen, daß die sich mühe geben , dich trotzdem zu verstehen.
ich bin jedes jahr dort zwischen 1 und 3 monate, und suche mir immer wieder neue strecken heraus. dieses jahr habe ich sogar 2 österreicher mit atwin und tenere getroffen, die weiter nach venezuela gezogen sind..
nun fahre ich schon so lange durch süd-amerika, aber sowas passiert immer noch extrem selten..
also viel spass beim planen

Rainer
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Beitragvon Axel » 09.12.2005 02:42

hallo - gestein...
zu deiner wetterfrage bolivien: zur zeit ist es tagsueber seeeehr warm, man holt sich schnell einen sonnenbrand, dafuer froesteln wir abends nach sonnenuntergang mit nicht mehr als 5 grad (aber immerhin plusgrade), aber mit vielen wolldecken gehts... bei 3.600 metern aber auch kein wunder.
viele gruesse
axel
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Beitragvon gestein » 09.12.2005 09:37

@Axel: danke für die Kurzinfo! Also ist die Übernachtung im Zelt schon etwas kühler.... Wünsche noch gute Reise runderum!
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Brasilien Spritwarnung fuer Kevlar- und GFK Tanks

Beitragvon Motorradnomaden » 11.12.2005 13:20

Hallo Fridolin,

nur mal eben eine Warnung!
Falls man einen Kevlar oder GFK Tank hat, sollte man sich vorher genaustens informieren, ob die alkoholresistent sind, denn in Brasilien mischt man einen gewissen Proizentsatz Alkohol in das Benzin!!
Uns loeste es damals unsere Benzinfilter auf!!!
Damals hatten wir noch Stahltanks auf unseren Teneres. :?

Ganz viel Pech hatten wir in Malawi (Afrika), denn mittlerweile fahren wir die ollen Tanks von Motoforms und die sind aus Kevlar/GFK und loesten sich in Malawi auf!!! :cry:
Das Ergebnis waren verklebte Vergaser und ein verklebter Brennraum mit einem Ventilklemmer!! :evil:

Gruss aus Dubai
Viele liebe Grüße
:-)
Ralf & Eva

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Beitragvon travelexpert » 18.12.2005 14:20

Mit den normalen Tanks aus Stahl oder PA gibt es keinerlei Probleme in Brasilien. Jedes Benzin erhaelt Alkohol (per Gesetz). Gibt keinerlei Probleme damit. Spritversorgung ist OK. Nur in abgelegenen Stellen ueber 50 km.
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