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Sudan/ Saudi-Arabien

Für Wüstenfüchse, Orientfreunde und solche die es werden wollen.

Sudan/ Saudi-Arabien

Beitragvon Heinz » 16.12.2015 20:57

Hallo Leute,

ich fliege am letzten Januarwochenende nach Khartoum/Sudan. Ist zufällig jemand an dem Wochenende dort, dem man vielleicht was mitbringen kann? Ersatzteil fürs Moped, oder was anderes? Ich fahre von dort mit dem Auto Sudan Fähre über Saudi-Arabien - Jordanien - Israel - Fähre Griechenland - Balkanroute zuruck nach Deutschland.
Ich bin für das Wochenende hier http://bougainvillaguesthouse.net/last/ untergebracht.

Vielleicht trifft man ja einen Mopedreisenden, auch wenn ich mit dem Auto unterwegs bin.

Viele Grüße
Heinz
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Re: Sudan/ Saudi-Arabien

Beitragvon Guido » 17.12.2015 15:11

Auto? Das aus deinem Profilbild? :mrgreen: Oder darf die G-Wing etwa wirklich nicht mit?
Und wie zum Teufel bist du an ein Visum für Saudi-Arabien gekommen?
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Re: Sudan/ Saudi-Arabien

Beitragvon Heinz » 17.12.2015 19:27

Hallo Guido!

Das ich mit dem Wagen unterwegs bin liegt einfach daran, das ich lieber mit dem Wagen als überhaupt nicht unterwegs bin. :O)
Noch habe ich das Visum nicht, aber ich hoffe es ist so einfach wie es sich anhört. Anfang Januar habe ich einen Termin auf der Saudischen Botschaft in Frankfurt. Man muß auf jedenfall persönlich das Visum beantragen. Bis jetzt heißt es, das es nur ein Transitvisum für 3 Tage gibt. Wir versuchen eins für wenigsten 5 Tage zu bekommen. Da kann ich dann im Januar mehr zu berichten.

Aber am Samstag heißt es erstmal Viva Espanja!

Beste Grüße
Heinz
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Re: Sudan/ Saudi-Arabien

Beitragvon Heinz » 07.03.2016 13:44

An alle Fahrensleute!

So, die Reise ist beendet und kann nun einige Infos geben.

Zur Zeit (Stand Dez.15/Jan.16) bekommt man kein Visum für Saudi Arabien und Jordanien für Überlandeinreise.
Wir hatten vorgehabt es trotzdem im Sudan bei den Botschaften zu probieren. Leider mußte mein Kumpel Rudi bei der Einreise von Ethiopien nach Sudan den Ausreiseort angeben. Da wir nicht wußten, ob wir im Sudan ein Visum für Saudi Arabien und Jordanien bekommen, hat er Ägypten angegeben.
In Khartoum mußten wir uns innerhalb drei Tagen registrieren. Paßfoto und Kopien vom Paß werden benötigt. Ansonsten kann man den Dienst am Eingang der Polizeistation in Anspruch nehmen, natürlich Bezahlung.
Bei der ägyptischen Botschaft haben wir uns schon ein Visum geholt, kostet 160 sudanesisches Geld. Offizieller Kurs 1 € = 6,8 SDG. Im Hotel geht´s auch 1: 10, oder auch 1US$ : 12 SDG. In Khartoum haben wir uns auch eine Touristengenehmigung geholt, um auf der Strecke Richtung Norden, Ägypten, die touristischen Sachen anschauen zu können. Paßbild wird benötigt, ansonsten kostenlos. Den Zettel wollen sie dann an einem Kontrollposten, irgendwo auf der Strecke, einkassieren. Den haben wir uns aber nicht abnehmen lassen. Dann wurde der Name und Paßnummer abgeschrieben. Hat aber auch keiner mehr danach gefragt.
Interessantester Ort: die Pyramiden von Meroe. Kommen auch in dem Film „Mit 14 durch Afrika“, von Josef Böhmer, vor.
Die einwöchige Überfahrt Zwischen Wadi Halfa und Assuan ist Geschichte! Jetzt geht eine Fähre zwischen Wadi Halfa und Abu Simbel, dauer 1,5 Stunden. Fährt im Prinzip im 1,5 Stundentakt. Alle LKW-Fahrer haben uns gedeutet, das wir bis nach vorne fahren sollen, so kamen wir mit der nächsten Fahrt mit. Wir haben 200EGP bezahlt. Ich habe gefragt was es für Mopeds kostet, 100EGP sollen es sein. Das Verhältnis finde ich jetzt echt schlecht. Als wir mit dem Wagen runter gefahren sind, hat uns ein anderer Fährmitarbeiter 100EGP zurück gegeben. Keine Ahnung warum. Vielleicht hat uns der erste Typ abzocken wollen.
Von Abu Simbel nach Assuan mußten wir uns einem Convoi anschließen. Das sind über 200km. Das der Landcruiser eine lahme Krücke ist, war der komplette Convoi schon nicht mehr in Sicht bevor wir aus dem Ort raus waren. Bei dem zweiten Kontrollposten auf der Strecke haben wir eine persönliche Polizeiskorte bekommen. Das hat denen natürlich voll gestunken, das die jetzt mit 50 – 60km/h bis nach Assuan fahren mußten.
Im Tal der Könige haben wir uns diverse Gräber angeschaut. Überall absolutes Fotografierverbot. In den Grabkammern vordern die Aufpasser einen auf Bilder zu machen, um danach die Hand aufzuhalten. Alle Besucher, 99% einheimische, haben fotografiert, überall, was das Zeug hält. Wenn vielleicht 30 Leute dort unterwegs waren. In Abu Simbel waren vielleicht 20 Leute bei der Nachtlichtschau. Egal wo wir in Ägypten waren, seltenst Ausländer zu sehen, alles leer.
Es gibt zwischen Assuan und Luxor einen Western Dessert Highway. Sehr gute Straße im Autobahnstil. Gut für flottes vorankommen. Am Nil entlang quälend langsam. Schlechte Straßen, Polizeikontrollen, voll mit allem möglichen was sich bewegen läßt.
Von Qena führt eine nagelneue Strecke nach Hurgharda. Man hätte vielleicht schon weiter südlich nach Westen abbiegen können, aber da standen keine Schilder für die Umfahrung von Qena. Sind zwar immer wieder kleinere Baustellen vorhanden, aber ansonsten gut zu fahren. Von Hurgharda nach Suez auch gut zu fahren. Mit Allradauto brauchten wir eine Genehmigung für die Durchquerung des Sinai. Die haben wir in Kairo bekommen, hat den ganzen Tag gebraucht, und wurde dann noch falsch ausgefüllt. Wir wollten von Taba aus ausreisen, und im Zettel stand Nuweiba. Damit wollte man uns in Taba nicht raus lassen. Das hat dann eineinhalb Stunden diskutieren und warten gekostet, um dann doch endlich dort ausreisen zu können. Zum Glück, oder vielleicht auch nicht, haben wir von der Genehmigung ein Foto gemacht. Diese Genehmigung wurde uns von Militär in Suez am Tunnel unter dem Suezkanal abgenommen. Vielleicht hätte es einfacher sein können, wenn wir nichts hätten vorzeigen können. Wäre natürlich Taba eingetragen worden, wäre es ja gut gewesen.
3 Stunden haben die Ägypter mit 12 erwachsenen Männern versucht den Wagen auf links zu drehen. Unglaublich! Selbst die Reserveräder vom Dach und unter dem Wagen mußten wir abbauen und zur Röntgenmaschine rollen.
In Elat/Israel, mußten wir bis zur letzten Schraube den Wagen leer räumen um alles röntgen zu lassen. Sogar die Dieselkanister wurden geröntgt. Und dann noch aufgeschraubt und dran gerochen. Eine Axt und ein Haumesser wurden als Waffen bezeichnet und eingezogen.
Von Haifa fährt jeden Donnerstag ein roro Fähre, von Salamis Line, nach Griechenland. Personen auf der Fähre sind auf ca. 16 beschränkt. Zeitig nachfragen. Die Überfahrt dauert 3 Tage und macht Zwischenstop in Zypern.
http://salamisshipping.com/images/media ... _MARCH.pdf

Ich habe mir auf der gesamten Strecke einige Koordinaten für Übernachtungen, Tankstellen und Sehenswürdigkeiten abgespeichert. Wer da was wissen möchte kann mich gerne kontaktieren.

Gruß
Heinz
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