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Marokko für Einsteiger

Für Wüstenfüchse, Orientfreunde und solche die es werden wollen.

Marokko für Einsteiger

Beitragvon Motobaer » 09.04.2014 16:11

Hallo!

Im September fahre ich mit ein paar Freunden über Frankreich, Spanien und Portugal nach Gibraltar.
Weil wir noch etwas Zeit haben, möchten wir eine kleine Runde in Marokko drehen. Sieben Tage haben wir dazu übrig.

Was würden die Marokko-Erfahrenen von Euch raten? Wie würdet Ihr die Schnupper-Runde planen? Gibt es Hotels, die Ihr besonders empfehlen könnt? Was sollte man sich auf jeden Fall ansehen? Welche Straße unbedingt fahren?

Wir fahren alle Reiseenduros, sind aber keine hardcore-offroader.

Ich danke Euch für Euere Hilfe.

Gunter
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Re: Marokko für Einsteiger

Beitragvon elke » 26.04.2014 16:16

Ich würde erst einmal ins Rifgebirge (Chefchaouen) fahren (Hotel Parador, an der Medina, mit bewachtem Parkplatz), dann nach Fes (Riad in der Medina, Adresse auf unserer Website), weiter über den mittleren Atlas nach Midelt (nur zum Übernachten, Hotel Kasbaa Asmaa), zum Erg Chebbi, Marrakesch und wieder retour. Eigentlich setzt das aber voraus, daß ihr jeden Tag fahrt. Die Straßen sind aber gut zu fahren. 7 Tage ist halt nicht besonders viel für Marokko. Da ihr vorher in Fes wart, könntet ihr aus Zeitgründen Marrakesch auch weglassen. Und falls ihr doch so weit runter fahrt: der Tizi'n'test ist gigantisch:

Bild

Mehr Anregungen zu eurer Marokkotour - dort findet ihr auch die Adressen der Hotels:

http://www.bikerdream.de/touren/marokko/intro.html

LG
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Re: Marokko für Einsteiger

Beitragvon GS Tom » 26.04.2014 19:39

Haha, genau das wollte ich auch schreiben.
Übrigens, der Typ im Vordergrund bin ich und ich sag euch, den Abend und die Stelle werd ich nie vergessen. Danke Elke.
Gruss Thomas
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Re: Marokko für Einsteiger

Beitragvon Motobaer » 27.04.2014 10:33

Liebe Elke

Vielen Dank für Deine Hilfe.

Ich habe meine Planung etwas umgestellt und wir fahren zuerst (von Bayern) nach Sete und nehmen die Fähre nach Nador. Von dort soll es nach Fes gehen und dann der von Dir vorgeschlagenen Route
entlang: Erfoud - Erg Chebbi - Boumalne - Quarzazate - Marrakesch - Chefchaouen - Fähre nach Spanien.

Weil die Fähren nach Spanien häufig fahren, können wir ja leicht einen oder mehrer Tage dranhängen, wenn es uns besonders gut gefällt in Marokko.

Weil wir sechs Leute sind, muss ich etwas besser planen, als ich es für mich alleine machen würde. Aber mit Euerem Reisebericht krige ich das sicher hin.

Nochmals vielen Dank und Euch eine schöne Saison 2014.

Gunter

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Re: Marokko für Einsteiger

Beitragvon elke » 27.04.2014 11:35

Gunter, denkt an den Grundsatz: Koch es, schäl es oder lass es. So sind wir gut gefahren, ich hatte zwar auch mal kleine Übelkeitsprobleme, aber das war nichts im Vergleich zum Brechdurchfall von einem anderen Mitfahrer, der von Anfang an Salate gegessen hatte und es übel - im wahrsten Sinne - bereut hat.

Ich hatte auch Medikamente dafür (bzw. dagegen) dabei, aber die beamen einen teilweise so um... ich fühlte mich manchmal halbgelähmt. Also nichts für Fahrer.

LG
Elke
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Re: Marokko für Einsteiger

Beitragvon Biki » 27.04.2014 13:19

Die Fähre nach Spanien könnt ihr tatsächlich spontan nehmen. Nicht ungeduldig werden bei der Rennerei zur Anmeldung. Ist halt marokkanisch.

Wünsche euch viel Spaß!
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Re: Marokko für Einsteiger

Beitragvon www » 27.04.2014 15:19

Hallo Motobaer,

Motobaer hat geschrieben:Von dort soll es nach Fes gehen und dann der von Dir vorgeschlagenen Route
entlang: Erfoud - Erg Chebbi - Boumalne - Quarzazate - Marrakesch - Chefchaouen - Fähre nach Spanien.

http://motobaer.npage.de/


das ist ein recht strammes Programm. Ohne Abstecher zur Dades Schlucht oder auch Todra Schlucht kommt ihr locker auf 2100 - 2200 KM. In sieben Tagen machbar, großartig Zeit für Besichtigungen per pedes hättet ihr nicht.

Ich würde an Eurer Stelle den Erg Chebbi für einen späteren Urlaub aufheben und den Fokus eher auf mittleren und hohen Atlas legen.
Z. B. so:

Nador – Midelt
Midelt – Rich – Tinghir (via Rich und R706, durch die Todra Schlucht)
Tinghir – Boumalne – Dades Schlucht – Msemrir – Imilchil (teils Piste)
Imilchil – Beni Mellal – Ouzoud (Ouzud Wasserfälle)
Ouzud – Azilal – Afourer (geile Strecke) – Fes (evtl. Zwischenübernachtung)
Fes – Ouazzane – Chefchaouen – Tanger

Da hättet Ihr noch etwas Zeitpuffer, wobei auch bei der Route durchaus längere Teilstücke dabei sind. Der Atlas ist phantastisch, zum Mopped fahren eigentlich wesentlich spannender als der südliche Teil. Klar, die Wüste hat auch was, vom Fahren her kann es aber auch mal langweilig werden, es geht viel geradeaus.

Ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Spaß in Marokko!!

Gruß,

Martin
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Re: Marokko für Einsteiger

Beitragvon Motobaer » 10.10.2014 17:04

Hallo

Nach drei Wochen bin ich mit meinen Freunden zurück.
Von den drei Wochen sind wir eine knappe Woche in Marokko unterwegs gewesen. Zum Einstieg war eine Woche und 2000km genug. Aber es bleibt natürlich noch Wünsche offen. Und natürlich habt Ihr Recht gehabt: Viel zu kurz. Aber trotzdem gut.

Nach der Überfahrt sind wir in Nador am Abend angekommen. Am ersten Kreisel am Hafen hat es einen französischen R1200GS Adventur-Fahrer vor mir hingelegt. Böse Vorahnungen steigen auf.
Im niegelnagelneuen Mercure-Hotel gibts keinen Alkohol aber lange Gesichter. Auf der Straße werde angeschrien, weil ich fotografiere. Schüsse Fallen vor dem Hotel. Streunende Hunde werden abgeknallt und die Kadaver mit einem Lieferwagen entsorgt. Wird das so weitergehen?

Nein, die restlichen Tage waren fabelhaft. Die Leute waren entspannt und freundlich.

Tag 1 Nador – Fes
Wir haben die laaaangweilige Route genommen und sind nicht auf kleinen Straße durchs Rif Gebirge gefahren. Wir wollten uns eingewöhnen und hatten auch keine Ahnung, wie schnell man Marokko vorankommt. Auf jeden Fall waren wir schnell genug, daß wir uns noch eine wunderschöne Runde durch den Tazekka Nationalpark gönnen konnten und am Nachmittag noch Zeit für ein Bad im Pool vom Ibis-Hotel und eine Führung durch die Medina von Fes hatten.

Tag 2 Fes – Erg Chebbi
Eine lange und anstrengende Etappe. Aber wunderbar. Die Landschaft hat uns wirklich überrascht. Alle 50km andere Farben, Gerüche und Landschaften. Erstaunlich viel Grün im Ifrane Nationalpark. Palmen dann bei Arfoud, wie man sich das so vorstellt. Am späten Nachmittag sind wir bei 43°C in Mezourga angekommen, wo wir mit heißem Tee im Kasbah Azalay empfangen wurden.

Tag 3 Erg Chebbi – Todra Schlucht
Nachdem wir frühs etwas über Sand und Wellblechpisten gefahren sind, ging es über den Tourza-Pass in die Todra Schlucht. In der Auberge La Festival haben wir übernachtet. Leckeres Essen mit Gemüse aus dem hoteleigenen Garten. Dazu marokkanischer Rotwein.

Tag 4 Todra Schlucht – Ait Ben Haddou
Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, die Todra Schlucht
weiter hinter zu fahren und dann die Dates Schlucht vor nach Boulmalne zu kurven. Mein Navi meinte, wir brauchen dazu 8 Stunden und unser Gastgeber sagte, hinten sind es nur noch Pisten in den Schluchten. Aber es gebe in der Mitte eine Querverbindung von ca. 40 km. Diese Querverbindung sind wir ein Stück rein gefahren, aber sind dann doch wieder – schweren Herzens – auf den Asphalt zurückgekehrt. Ist von Euch schon einer diese Verbindung gefahren? In Ait Ben Haddou haben wir im Riad Caravane stilvoll übernachtet. Geflügeltaschine mit süßen Nudeln und Mandelmehl. Dazu ein marokkanischer Weißwein. Nicht schlecht.

Tag 5 Ait Ben Haddou - Marakkesch
Eine kurze Etappe aber dennoch wunderbar. Die kleine P1506 sind wir nach Norden gefahren. Teilweise ist sie in hervorragenden Zustand, teilweise im Bau, also nur Schotter und rote Erde und teilweise etwas löchrig. Also genau das Richtige für eine Reiseenduro. Dann gings schon auf die N9 und zum Tizi N’Tichka. Bis nach Touama machen die Kurven der N9 viel Spaß. Dann wirds flach, Vorortgewühl und Innenstadtchaos zwischen alten Mercedes, Eselkarren, Docker Moppeds. Auch wenn das Riad Maison Rouge sehr versteckt war, das Navi hats gefunden.

Tag 6 Marakkesch – Tanger med.
Wie erwartet: gaaaanz laaaaaaang weiiiilig.

Zu Hause angekommen schaue ich mir die Bilder an, trinke ein kühles Bier, für das ich in Mezourga ein Vermögen ausgegeben hätte und überlege:
Wo geht es nächstes Jahr hin?

Euch vielen Dank für die Tipps und ein schönes Saisonende!

Gunter
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Re: Marokko für Einsteiger

Beitragvon GS Tom » 10.10.2014 18:44

Na, da habt ihr ja eueren Spass gehabt. Zu Tag 4 "Querstrasse": die wollte ich auch fahren, allerdings im Mai. Weit bin ich nicht gekommen, siehe Bild. Gruss Thomas
Bild
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Re: Marokko für Einsteiger

Beitragvon Biki » 10.10.2014 21:04

Ja, im August 2009 gefahren. Die GS im Bild lag mehr auf der Seite als dass sie fuhr. Meiner DRZ hat es Spaß gemacht.

Zum Teil war die Piste weggespült, gelegentlich ging es durch's Flussbett, meistens gab es etwas Pistenartiges.

Bild
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Re: Marokko für Einsteiger

Beitragvon The-Verve » 11.10.2014 09:39

Biki hat geschrieben:Zum Teil war die Piste weggespült, gelegentlich ging es durch's Flussbett, meistens gab es etwas Pistenartiges.


Moin!

Zum Thema "weggespült" hab ich auch noch was gefunden von Marokko, aus 2011:

Bild

Gruß

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Re: Marokko für Einsteiger

Beitragvon www » 11.10.2014 21:25

Motobaer hat geschrieben:
Aber es gebe in der Mitte eine Querverbindung von ca. 40 km. Diese Querverbindung sind wir ein Stück rein gefahren, aber sind dann doch wieder – schweren Herzens – auf den Asphalt zurückgekehrt. Ist von Euch schon einer diese Verbindung gefahren?


Hallo,

es gibt eine Verbindung von Tamtattouchte nach Msemrir, nördlich der Dades Schlucht. Die Strecke ist ca. 45 KM lang. Meinst du die?
Wir sind da letzten Januar lang gefahren, allerdings von Msemrir aus. Teils Piste, teils Flussbett. Absolut grandiose Landschaft, ich würde sagen von unseren 3 1/2 Wochen in Marokko das absolute Highlight.

Bild

Bild

Bild

Gruß,

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Re: Marokko für Einsteiger

Beitragvon Motobaer » 12.10.2014 16:20

Hallo!

Genau diese Strecke ist es: von der Todhra-Schlucht nach Msemrir. Wir sind aber nicht bei Tamtattouchete rein gefahren, sondern etwas nördlicher.
Bild
Bild
Zunächst sind wir fröhlich entlang gefahren. Ist ja auch easy.
Bild
Doch dann kam der erste ausgetrocknete Fluß.
Bild Uns kamen Bedenken, denn unser Wirt im Hotel hat gemeint, vor Msemrir wird es dann ziemlich heftig. Und weil wir ein paar alte Säcke sind (45 bis 74 :shock: ) und Umfaller und Knochenbrücke nicht gebrauchen konnten, sind wir schweren Herzens zurück auf den Asphalt.

Doch das nächste mal fahr ich die Strecke!

Gunter
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Re: Marokko für Einsteiger

Beitragvon www » 12.10.2014 16:32

So ganz taufrisch sind wir auch nicht mehr :)
Die Strecke hat es stellenweise schon in sich. Ohne den vor der Tour angebauten, stabilen Metall - Motorschutz hätte mein Motorrad die Tour wohl nicht überlebt, es hat manchmal ziemlich gescheppert. Ich war ganz froh dass ich nicht mit einem neuen Motorrad unterwegs war. Mein Möppi ist eine 24 Jahre alte Transalp, wenn die mal umfällt ist es nicht ganz so dramatisch.
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Re: Marokko für Einsteiger

Beitragvon The-Verve » 12.10.2014 16:48

www hat geschrieben:So ganz taufrisch sind wir auch nicht mehr :)
Die Strecke hat es stellenweise schon in sich. Ohne den vor der Tour angebauten, stabilen Metall - Motorschutz hätte mein Motorrad die Tour wohl nicht überlebt, es hat manchmal ziemlich gescheppert.


Nur alte Säcke hier unterwegs, ich eingeschlossen :D

Aber Spass hats gemacht :D :D

Bild

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