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Iran verbietet Einreise mit Motorrädern > 250ccm

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Re: Iran verbietet Einreise mit Motorrädern > 250ccm

Beitragvon JanN » 22.06.2019 11:47

Halo zusammen,

unsere Motorräder haben gestern nach 9 Monaten den Iran wieder verlassen. Leider hat es 29 Std. gedauert und nur unter Einschaltung der dt. Botschaft, des iranischen Außenministeriums und dem Geschäftsführers der iranischen Automobilclubs.

Unser Problem war ein fehlender Stempel im Carnet bei der Einreise. Die Beamten sollten nicht nur einen Entry Stamp setzen, sondern auf der Rückseite auch einen Stempel setzen mit dem die max. Aufenthaltsdauer des Fahrzeugs bestimmt wird. Leider wurde dieser vom Beamten vergessen.

Da wir unser Carnet im Iran mit dem Automobilclub i.V. mi dem ADAC verlängert und unsere Absicht kundgetan haben unsere Motorräder im Iran zu belassen, während wir nach Hause fliegen, ist dem iranischen Automobilclub der fehlende Stempel auch nicht aufgefallen. Es hieße am Ende nur, wir bekommen die Verlängerung und der Zoll hat nix dagegen.

Niemand hat uns darauf hingewiesen, dass die normale. Aufenthaltsdauer von KFZ im Iran 3 MONATE beträgt. Egal was danach mit dem persönlichen Visa passiert, wir hätten zum Zoll gehen müssen, um die Aufenthaltserlaubnis für die Motorräder zu verlängern. Beim Verlassen hätten die Motorräder in eine Zolllager gemusst.

Maximal ist die Aufenthaltsdauer mit good will 6 Monate. Für die weitere überzogenen Tage werden Strafgebühren von 3-5€ pro Tag fällig. Das summierte sich dann bei uns auf 500€ pro Motorrad auf.

Ursächlich für unsere Überziehung war die fehlende Information bei der Einreise. Das haben dann irgendwann auch die Chefs der Grenze eingesehen. Nur wollte der Oberste Distriktchef sich noch das OK von seinem Chef geben lassen, dass wir aufgrund des Zollfehlersohne Strafzahlung das Land verlassen dürfen. Diesen komplexen Sachverhalt hat er dann versucht in einer SMS zu "beschreiben" un bekam prompt die Ablehnung, per SMS.
Der iranische Automobilclub meinte, er hätte Angst um seinen Job und wollte deswegen nicht anrufen und hat die SMS entsprechend formuliert.

Die deutsche Botschaft hatten wir vorher schon über die Notfallnummer informiert, dass die Grenzer uns von Donnerstag bis Samstag in der Grenze behalten wollten, weil der Chef nicht da war, um zu entscheiden. Am Ende hat das iranische Außenministerium beim Zollchef angerufen und wohl mal direkt gefragt, ob er seinen Laden im Griff hat.

Wir konnten plötzlich freien Tag gestern noch unsere Motorräder abholen. Die Carnets wurde ohne Diskussion, wenn auch mal wieder falsch, gestempelt und alle waren die Freundlichkeit in Person.

Somit haben wir viel gelernt. Schaut auf die Stempel und da diese eh nicht lesbar sind, fragt nach der Aufenthaltsdauer und bei unserem Fall auch nach dem Kalender, der als Grundlage dient. Die Iraner haben einen eigenen. Zudem hätte wir nicht gedacht, dass wir eine so tolle Unterstützung und Zusammenarbeit mit der deutschen Botschaft erwarten konnten. Die Dame in der Bereitschaft war sensationell. Es lohnt also doch, im Zweifel mal bei der Botschaft anzurufen.

Allen noch viele tolle Reisen und Abenteuer,

Jan
... geht wohl bald wieder los!!

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Re: Iran verbietet Einreise mit Motorrädern > 250ccm

Beitragvon klausmong1 » 23.06.2019 11:15

Das mit der Botschaft kenne ich auch, aber mit der Österreichischen.

2017 bin ich mit Carnet an der Grenze machen ( nicht vom ADAC ) mit einem Kumpel in den Iran. Kosten 350 Euro per person.
Damals vom guten alten Hossein und nicht dem Halsabschneider und Gauner dem jungen Hossein.

Hossein hat uns an der Grenze extra darauf hingewiesen das wir die richtige Ausreisegrenze angeben müßen und eine Änderung auf jeden Fall ein Problem darstellt und uns das 1-2 Tage Verzögerung kosten kann weil die das in der Zentrale in Teheran dann freigeben müßen.

Weil wir aber von der Turkmenischen Botschaft in Wien immer die Meldung bekamen das wir das Transitvisum sicher bekommen und es per email zugestellt wird ( normaler Vorgang ) haben wir natürlich als Ausreisegrenze Bajgiran zu Turkmenistan angegeben.

Es kam wie es kommen mußte, Kurzversion: Wir bekamen das Transitvisa nicht, trotz weiterem Versuch in Teheran.

Also ab an die Grenze zu Aserbaidschan, Plan B die Fähre.

Und an der Grenze kamen wir Donnerstag Nachmittag an, zuerst hat man versuch uns zu helfen, dann war aber schon das Grenzbüro für die Carnets geschlossen weil es nach 15 Uhr war.
In Teheran niemand mehr erreichbar und am Freitag ist der Islamische Sonntag und geschlossen.

Und damit ging es los das unser Mail in Teheran natürlich eines der Untersten war und die am Samstag von oben angefangen haben das abzuarbeiten.
Nach 3 Tagen Botschaft informiert und am 5. Tag waren wir in Aserbaidschan.

Und wir hatten Hilfe vor Ort vom alten Hossein der in der Nähe wohnt ( und wo wir zwischendurch zum schlafen auch eingeladen waren )

Aber trotzdem waren die Grenzer sehr bemüht und hilfsbereit und die haben uns auch immer mit Tee versorgt.
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