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Den Balkan erkunden ... und ein Stueck Tuerkei

Kleine und große Abenteuer auf dem alten Kontinent

Re: Den Balkan erkunden ... und ein Stueck Tuerkei

Beitragvon pip » 21.05.2017 16:17

Die Piloten konnten anscheinend mittels zweier Zugleinen ein bisschen beeinflussen, wohin sie drifteten. Das nutzten sie, um moeglichst nahe an die Felsen zu kommen. Einer der Ballons ueberflog eine Hotelterrasse im Tiefflug, aber ohne Ueberschallknall hat niemand der fruehstueckenden Gaeste seinen Kaffee verschuettet.
https://youtu.be/vdHBsWXaHN8?t=25s

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Ein anderer Ballon zog das Gas durch und schoss in den Himmel wie ein Champagnerkorken, begleitet von Schreien der Passagiere. Abgesehen davon war der Flug extrem sanft.
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Jedem Ballon folgte sein Begleitfahrzeug am Boden. Diese waren einfach zu identifizieren, da zum einen niemand anders so frueh am Morgen auf der Strasse war, und zum anderen jedes einen leeren Haenger zog. Unseres war das rote im Bild unten, und der Pilot wies den Fahrer per Funk zu einem geeigneten Landeplatz.
Am Ende bekam der Pickup den kurzen Befehl, 3m zurueckzusetzen, und der Ballonkorb setzte genau auf dem Haenger auf. Das verlief so reibungslos, dass niemand daran gedacht hatte, die Landehaltung einzunehmen ...
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Dann wurde der sogenannte 'Fallschirm' in der Ballonkappe geoeffnet, und die heisse Luft entwich langsam.
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Wir bekamen Champagner und Ballonzertifikate. Hier in der Zentraltuerkei und angesichts der zumeist malaiischen Gaeste war der alkoholfrei.
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Zurueck im Hotel wurden die Motorraeder gepackt, und nach einem letzten ausgiebigen Fruehstueck verabschiedeten wir uns.
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Re: Den Balkan erkunden ... und ein Stueck Tuerkei

Beitragvon pip » 21.05.2017 19:58

Die Fahrt nach Konya wurde sehr monoton, da die Strasse geradlinig wie ein Lineal war. Dazu kam ein heftiger Wind. Markus meinte, dass seine GS in 250,000km noch nie so viel Sprit verbraucht haette. In Konya selber begaben wir uns wieder auf die Suche nach einem Cafe. Da Markus 2 Wochen laenger Urlaub haben wuerde als ich, wuerden sich hier unsere Wege trennen: Ihn zog es nach Antalya, und ich wuerde Richtung Izmir fahren. Hier war also unser letzter gemeinsamer Kaffeestop.

Vor der Abreise hatte ich ueberlegt, einen Abstecher nach Gaziantep zu machen, wo wir vor fast 15 Jahren einmal Archaeologen dabei geholfen hatten, eine alte Tempelanlage wiederzufinden. Damals hatten wir uns noch selbst einen Weg durch den Wald schneiden muessen - ueber die Jahre scheint sich das Ganze aber zu einer grossen Forschungsstaette entwickelt zu haben. Einige der Kollegen von Damals arbeiten noch heute hier. Da aber die archaeologische Saison noch nicht begonnen hatte, das Ganze nur 30km von der syrischen Grenze entfernt ist, und Gaziantep zu der Zeit nicht gerade als sicher eingestuft worden war, hatte ich davon Abstand genommen ...

Stattdessen wollte ich bis Egirdir zu fahren und dort nach einer Unterkunft suchen. Mit der Stadt bereits in Sichtweite bedeuteten mir die Wolken, dass ich besser ein paar Meter zurueckfahren sollte, um Regenklamotten anzulegen ...
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Damit hatte dann auch Egirdir allen Charme fuer mich verloren. Das letzte Sonnenlicht nutzend, fand ich schliesslich 50km weiter ein stilles Plaetzchen an einem Berghang. Hier kochte ich mir Abendbrot und beobachtete den Sonnenuntergang.
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Am naechsten Morgen machte ich mich auf die Suche nach einer Baeckerei sowie einem netten Plaetzchen fuer eine Rast. Diese ehemalige Tankstelle wirkte cool, aber in dem Moment des Absteigens bemerkte ich, dass ueberall auf dem Boden rostiges Kleinzeugs rumlag. Was fuer eine dumme Idee, unter ein zerfallenes Dach zu fahren - als ob ich mit Absicht einen Platten haben wollte ...
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Spaeter sah ich Hinweisschilder nach Pamukkale, dachte mir aber nichts weiter dabei. Erst Tage spaeter wurde mir klar, dass dies die beruehmten Kalkterassen und heissen Quellen gewesen waren, die ich eigenlich auch hatte sehen wollen. Naja, so hab ich einen Grund wiederzukommen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pamukkale

Stattdessen fand ich aber einen Starbucks in Aydin. Wenn Markus das nur haette sehen koennen! Schliesslich waren wir buchstaeblich 2 Wochen lang von Cafe zu Cafe gefahren.
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Rueckblickend ist es natuerlich sehr entspannend, hin und wieder in einem Cafe zu sitzen, aber die Suche nach gutem Kaffee ist doch manchmal nervig. Beim letzten Trip vor ein paar Wochen hatte ich dann vorgesorgt:
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Zusammen mit einem kleinen Milchaufschaeumer bin ich nun auch unterwegs autark, was vernuenftigen Cappuchino angeht. (100 Punkte, falls jemand den Berg im Hintergrund erkennt.)

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Gegen Mittag erreicht ich Ephesus. Hierher stammt nicht nur das bekannte Bier, welches ich in der Tuerkei fast aussschliesslich trinke (Effes), es ist auch eine der bekannteren archaeologischen Staetten in der Tuerkei. Der Parkwaechter war sehr freundlich und hilfsbereit, und bot mir sogar an, meine Klamotten in seinem Haeusschen deponieren zu koennen. Das fand ich aber unnoetig, und breitete stattdessen Jacke und Hose zum Auslueften ueber dem Motorrad aus. Dann machte ich mich auf zu den Ruinen.
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Zuletzt geändert von pip am 21.05.2017 22:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Den Balkan erkunden ... und ein Stueck Tuerkei

Beitragvon pip » 21.05.2017 21:56

Schon von weitem konnte man asiatische Reisegruppen an den Sonnenschirmen erkennen. Dazu kamen die allgegenwaertigen Selfie-Sticks. Komischerweise hab ich nie eine Kombination aus beidem gesehen. Bevor jetzt jemand ueber KickStarter nachdenkt - das gibt es schon.
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Da ich immer noch dabei war, die Moeglichkeiten meiner Kamera auszuloten, spielte ich ein wenig damit:
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Bei all den Touristen hier war natuerlich klar, das einem irgendwann jemand ins Bild huepft.
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Dies ist eine alte oeffentliche Toilette aus Roemerzeit. Tatsaechlich musste ich auch pinkeln, aber da bevorzuge ich normalerweise etwas ruhigere Orte.
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Die Hauptattraktion hier ist die Celsus-Bibliothek. Oesterreichische Archaeologen haben vor Jahren die Steine sortiert und die Fassade wieder aufgebaut. Fehlende Steine hat man dabei durch kuenstliches Gestein ersetzt, welches sich farblich leicht abhebt. So soll man einen Eindruck vom urspruenglichen Zustand erhalten, ohne dabei den Unterschied zwischen echt und falsch zu verlieren.
(Wenn man sich zum Beispiel einige der vor Jahrzehnten restaurierten Bauwerke auf der Akropolis anschaut, merkt kaum einer, dass nicht alle Steine und Saeulen so aufgerichtet wurden, wie sie urspruenglich standen.) Besonders ins Auge fallen die 4 grossen Statuen, die die alten Tugenden darstellen.
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Auf der Rueckseite haben die Restaurateure eine grosse Innenschrift in tuerkisch und deutsch angebracht, in der sie ihre Leistung loben. (Ich bezweifle, das der Herr hier wusste, was da steht.) Die Innenschrift erwaehnt nicht, dass man die Originale damals nach Wien verfrachtet hat, und hier nur Kopien stehen. (Ich meine gelesen zu haben, dass die Tuerkei die Statuen zurueckfordert - an andere Stelle werden damalige Schenkungen an Oesterreich erwaehnt ... keine Ahnung.)
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Mehr Ruinen.
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Ich schaffte es bis ans ferne Ende der Anlage, bevor sich der Himmel schwarz faerbte und Gewitterwolken aufzogen. Innerhalb Minuten regnete es wie aus Eimern.
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Als ich dann zum Motorrad zurueckkam, waren entsprechend sowohl meine Motorradklamotten als auch die Zivilkleidung klitschnass. Ausser der Badehose war nur noch ... nein, nur noch die Badehose war trocken geblieben.

Somit fuhr ich in die Stadt und suchte mir ein Hotelzimmer. Hauptkriterium war, dass sie einen Platz zum Waeschetrocknen hatten.
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Re: Den Balkan erkunden ... und ein Stueck Tuerkei

Beitragvon pip » 21.05.2017 22:43

Zu meinem Erstaunen war am Morgen alles wieder trocken. Ich wollte weiter nach Pergamon, was mich zunaechst durch Izmir fuehrte. Unterwegs stoppte mich ein Polizist. Sein Kollege war mit Radarpistole bewaffnet, aber obwohl ich fleissig Autos ueberholt hatte, hatte ich mich tatsaechlich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen gehalten.
Letztere sind so eine Sache in der Tuerkei. Auf einigen Strassen sind die zulaessigen Hoechstgeschwindigkeiten fuer Motorraeder tatsaechlich niedriger als fuer Autos (bspw. 100 / 120 auf Autobahnen). So kann man ggf. schon geblitzt werden, wenn man nur im Verkehr mitschwimmt. (siehe hier: http://advrider.com/index.php?threads/riding-or-driving-in-turkey.1046545/) In juengerer Zeit soll sich das geaendert haben, aber man hoert Widerspruechliches, und ich habe nirgends Verlaessliches gelesen. Am Ende kommt es sicherlich auf den Polizisten an.

Der Polizist hier warf einen Blick aufs Nummernschild hinten und bedeutete mir umgehend, weiterzufahren. Lustig war, dass seine hektischen Gesten nicht zu den Worten passten: "Yavash, yavash!" (Langsam, langsam!)
Grossstaedt durchquere ich eigentlich immer auf Hauptstrassen, aber wegen einer Umleitung musste ich von der Schnellstrasse in ein Industriegebiet. An einer Kurve wurde es dann knapp: Es war sehr eng, und ich war nur im 1sten Gang gerollt, aber der Asphalt stellte sich als spiegelglatt heraus. So war die Kurve zu eng, Bremsen half nicht, und am Ende bewahrte mich das ABS davor, dass mir das Vorderrad wegging. Allerdings stand ich nun im Gegenverkehr, direkt vor dem Kuehler eines Autos, dass so gerade noch vor mir Bremsen konnte. Ich guckte ihn an und zuckte mit den Schultern. Er verstand, rollte einen Meter zurueck und liess mich vorbei ohne das ein Wort gefallen waere.

Pergamon war weit weniger ueberlaufen, aber auch weniger beeindruckend als Ephesos. Viel Zeit habe ich aber zugegebenerweise auch hier nicht verbracht.
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Auf dem Weg aus der Stadt blieb ich wieder in einem Baustellenstau haengen. Dem Beispiel einiger Rollerfahrer folgend, entschloss ich mich, die aufgestellten Pylonen etc. mehr als Empfehlung zu interpretieren. Ich schlaengelte mich also auf die Gegenfahrbahn und fuhr am Stau vorbei. Das erntete mir rot-blaues Licht, da der Herr hier wohl anderer Meinung war ...
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Und zum 3ten oder 4ten Mal auf dieser Tour liess mich die Polizei einfach weiterfahren, sobald sie das deutsche Kennzeichen gesehen hatten. Er war sogar so freundlich, fuer ein Foto zu posieren. Vor der Tour hatten wir noch ueberlegt, wie wir mit den niedrigen Hoechgeschwindigkeiten umgehen sollten, da man Gefahr lief, ueberrollt zu werden, wenn man sich daran halten wuerde. Es hatte dann nicht lange gedauert, bis wir so fuhren, wie alle anderen auch.

Ich folgte jetzt weiter der Kueste nach Assos. Dieser Kuestenstreifen ist sehr schoen, speziell im Vergleich zum ueberlaufenen und verbauten Izmir. Kleine Strassen, wenig Verkehr, Touristen, Hotels, aber dafuer viele Gelegenheiten zum Schwimmengehen. Es gab sogar den ein oder anderen Campingplatz.
Assos war eine der Wirkungsstaetten Aristoteles, er hatte hier sogar eine Akademie. Heute ist die Hauptattraktion ein Athena-Tempel auf einem Huegel, mit weitem Blick ueber die Aegeis und die Insel Lesbos.
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Um auf den Huegel zu kommen, muss man normalerweise den steilen Kopfsteinpflaster-Strassen quer durchs Dorf folgen. Hier steht eine Souvenirbude an der naechsten. Da es aber theoretisch eine oeffentliche Strasse ist, fuhr ich einfach mit dem Motorrad an allen vorbei. Keine Ahnung, was die schwitzenden und schnaufenden Touris sich dabei dachten, aber die Einheimischen winkten froehlich.
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Diese Gegend war mir ein bisschen bekannt, da ich hier 15 Jahre zuvor wochenlang mit den Archaeologen in Troia zusammengearbeitet hatte. Die hatten damals die besten Kontakte, kannten die besten Tips, und vor allem hatte das ganze Team freien Eintritt in allen tuerkischen archaeologischen Staetten gehabt ... Von daher wollte ich jetzt nach Alexandria Troas. Diese Staette ist nicht touristisch aufbereitet, somit kaum bekannt und wenig besucht. Buesche und Baeume wachsen zwischen den Ruinen. Hier kann man sich frei bewegen und seine Gedanken schweifen lassen. Ich glaube, die noch stehenden Ruinen gehoeren zumeist zu einem roemischen Bad.
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Am naechsten Tag wuerde ich den Bosperus ueberqueren und nach Griechenland fahren. Ich hatte ueberlegt, Troia zu besuchen, aber da war ich vor ein paar Jahren schon gewesen. Abgesehen von 3 extrem langweiligen Tagen auf geradlinien Hauptstrassen, war die Zeit in der Tuerkei toll gewesen. Wir hatten am ersten Tag in Erdine am Rande etwas von einer politischen Veranstaltung mitbekommen, aber selbst da war alles ruhig gewesen. Das wir uns von Grossstaedten und insbesondere Istambul ferngehalten hatten, mag eine Rolle gespielt haben. (Juni 2016)
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Re: Den Balkan erkunden ... und ein Stueck Tuerkei

Beitragvon pip » 21.05.2017 23:14

Seitdem wir Marc vor gut einer Woche getroffen hatten, waren wir in Kontakt geblieben. Jetzt war er in Thessaloniki, und so entschied ich mich fuer den schnellen Weg durch Griechenland, um ihn zum Abendessen zu treffen. Der Campingplatz lag direkt am Meer und hatte ein nettes Restaurant mit frischem Fisch und Bier. Perfekt!

Am Morgen ging es dann fuer mich Richtung Dorjan, wo ich ueber die Grenze nach Mazedonien (FYROM) wollte.
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Dort schient das Leben viel langsamer abzulaufen. Bauern bearbeiten die Felder, Pferde zogen Pfluege und Wagen, selbst der Strassenverkehr in den Doerfern war entspannt. Man haette problemlos auf der Hauptstrasse schlafwandeln koennen, ohne ueberfahren oder angehupt zu werden. Niemand hatte es eilig.
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In Skopje nahm ich mir ein Hotelzimmer. Seltsam waren die roten Routemaster-Doppeldeckerbusse anzuschauen, die einen an alte Zeiten in London erinnern. Diese hier hatten sogar links-Lenkung! Ich erfuhr, dass eine chinesische Firma das Design der londoner Busse mit etwas moderner Technik kombiniert hat.
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An der Grenze in den Kosovo bekam ich dann problemlos eine Versicherungspolice fuer 2 Wochen. Das kostete mich 5 Minuten und 10 Euro. Ich fuhr weiter nach Prizren und Pec, wo ich dann in die Rogova Schlucht abbog.
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Die Strasse hier war nagelneu, genauso wie einige der Bauten rechts und links. Irgend hatte sogar eine richtige Villa hier hin gestellt ...
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Weiter oben im Tal war dann deutlich weniger Verkehr ...
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... und schliesslich hoerte die Strasse ganz auf.
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Man hat vor, die Strasse soweit wieder herzustellen, dass man wieder bis nach Montenegro fahren kann, aber aktuell war da kein Durchkommen. Es ist durchaus moeglich, dass der Grenzuebergang mittlerweile offen ist. Ich fuhr jedenfalls auf einem Umweg ueber Feldwege zurueck nach Pec.
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Von dort konnte ich weiter nach Montenegro und weiter nach Plav, wo ich einen netten Campingplatz vom letzten Jahr in Erinnerung hatte. Ausser ein paar anderen Motorradfahren war der Platz leer. Trotz einiger Sprachprobleme verstanden wir uns gut und tauschten beim Abendessens Reisetips aus.
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Ein letzter Abstecher durch das Hinterland folgte, bevor ich hinunter an die kroatische Kueste fuhr.
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Die Fahrt weiter nach Norden war ereignislos bei gutem Wetter.
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Noch 2 oder 3 weitere Tage, und ich war wieder zuhause, wo es natuerlich regnete. Hier ist die Route im Ueberblick (8500km):
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Vielen Dank fuers Lesen und die freundlichen Kommentare!

Jetzt habe ich endlich Zeit, ueber die naechste Tour nachzudenken ...
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Re: Den Balkan erkunden ... und ein Stueck Tuerkei

Beitragvon DiePfalz » 22.05.2017 09:35

Einfach nur Klasse :lol:

Ephesus war ich auch schon mit dem Motorrad.
Ich fuhr Ancona, Fähre nach Patras, über den Peloponnes und die Straße von Korinth nach Piräus.
Dort die Fähre zur Insel Chios und mit einem Seelenverkäufer weiter nach Çeşme in der Türkei.
Über Pamukkale, die Nekropolen bei Fethiye


Bodrum, Kuşadası und Ephesus nach Çeşme und zurück mit den Fähren...

War auch ne schöne Tour
Zuletzt geändert von DiePfalz am 18.06.2017 23:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Den Balkan erkunden ... und ein Stueck Tuerkei

Beitragvon pip » 22.05.2017 17:05

Ja, Faehrverbindungen Gr-Tr ueber die Aegeis sind rar ...
:D
Dort die Fähre zur Insel Chios und mit einem Seelenverkäufer weiter nach Çeşme in der Türkei.
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Re: Den Balkan erkunden ... und ein Stueck Tuerkei

Beitragvon fmwag » 16.06.2017 18:58

Top und Danke fürs zeigen :)
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Re: Den Balkan erkunden ... und ein Stueck Tuerkei

Beitragvon sabo2706 » 22.06.2017 10:32

Herrlicher Bericht - vielen Dank dafür! :D
Schade fand ich eigentlich nur das verwahrloste Denkmal in Bulgarien, welches ja gar nicht alt ist. Schade um die schönen Mosaiken..... :shock:
Ich werde kommendes Jahr (2018) in Richtung Türkei starten. Habe den Mai ins Auge gefasst.

Gute Reise!
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Re: Den Balkan erkunden ... und ein Stueck Tuerkei

Beitragvon pip » 22.06.2017 21:11

sabo2706 hat geschrieben:Schade fand ich eigentlich nur das verwahrloste Denkmal in Bulgarien, welches ja gar nicht alt ist. Schade um die schönen Mosaiken..... :shock:
Ich werde kommendes Jahr (2018) in Richtung Türkei starten. Habe den Mai ins Auge gefasst.


Wenn man sieht, wie die Leute in Bulgarien teilweise wohnen muessen, habe ich durchaus Verstaendnis, dass der Erhalt eines ausgemusterten Versammlungszentrums zweitrangig ist ...
Ich wuensche jedenfalls viel Spass in der Tuerkei!
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Re: Den Balkan erkunden ... und ein Stueck Tuerkei

Beitragvon pip » 22.06.2017 21:16

Vielen Dank rundum fuer die netten Worte. Eine Fortsetzung ist in Sicht!

Sneak Preview:
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Re: Den Balkan erkunden ... und ein Stueck Tuerkei

Beitragvon pip » 18.07.2017 05:08

T - 6 Tage: Die XChallenge versage auf der Probefahrt und die GS - normalerweise mein Plan B - war gerade verkauft.
T - 5 Tage: Probefahrt auf einer gebrauchten Africa Twin. Der Haendler verspricht eine Inspektion und neue TKC80 innerhalb von 3 Tagen
T - 3 Tage: Die Abfahrtszeit der Faehre wird vorverlegt. Kein Problem, ich hab ja Zeit genug ... :shock:
T - 2 Tage: Eben zur Zulassungsstelle und mit dem Zug das Motorrad abholen. Auf dem Rueckweg noch eben einen Bodenschutz bei Touratech kaufen
T - 1 Tag, 12 Stunden: GPS-Halterung, ein kurzes Windschild und der Bodenschutz werden montiert. Was hat sich der Vorbesitzer bei der Verkabelung der Steckdose gedacht?!
T - 1 Tag, 3 Stunden: 4 Stunden Schlaf, dann Gepaeck packen und das Werkzeug der XChallenge klauen. Hoffentlich habe ich damit die richtigen Schluessel, wenn etwas kaputt geht. 1480km bis zur Faehre in Bari.
T- 16 Stunden: Endlich in Italien. Wegen der Pfingstferien hatte ich mich durch so manchen Stau in den Alpen zu schlaengeln.
T - 7 Stunden: Hotel in Foggia. Ein Bier herunterschlingen, Duschen und ab ins Bett.
T - 2 Minuten: Ankunft am Faehrterminal, wo mich Markus bereits erwartet. Wir erfahren, dass die Faehre erst 6 Stunden spaeter ablegen wuerde ...

Irgdenwo in der Schweiz fand ich ein gemuetliches Plaetzchen, um im Schatten des Moppeds ein paar Minuten zu schlafen.

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Re: Den Balkan erkunden ... und ein Stueck Tuerkei

Beitragvon pip » 18.07.2017 05:22

Zumindest gab es am Terminal ein bisschen Schatten. Ich hatte unterwegs noch einen Tankrucksack gekauft, den ich nun installieren wollte. Auf dem Tank war schon ein Quicklock-Ring, und jetzt musste der entsprechende Adapter an den Tankrucksack geschraubt werden. Dazu waren Loecher noetig, und es gab sogar einen Bohrer dazu, nur die Maschine fehlte. Also spannte ich das Ding in einen Leatherman und machte mich per Hand ans Werk. Zeit hatte ich ja genug, und mit entsprechend Ausdauer war das Ding fertig montiert, bevor es auf die Faehre ging.

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(Foto: Markus)

Ich hatte darauf gesetzt, auf der Faehre ein WiFi-Ticket kaufen zu koennen, aber daraus wurde nichts. Auch meine alten Tracks lagen zuhause, so dass wir jetzt Karten studierten, um einen Kampfplan zu haben.

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Als wir in Durres ankamen, war es bereits dunkel. Die Grenzabfertigung dauerte nur Sekunden, und wir waren in Albanien. Das war ganz gut so, denn da das Motorrad frisch angemeldet war, hatte ich die Gruene Karte noch nicht.
Hier ist Markus vor unserer Faehre. Wir hatten uns vor etwa 2 Jahren auf der Stella Alpina getroffen und waren seitdem in Kontakt geblieben.

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Ich suchte den Pa Emer auf dem NAvi heraus, und nach ein paar zweifelhaften Abkuerzungen ueber Felder bauten wir die Zelte am Strand auf.

Der Blick am Morgen war nicht schlecht.

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Zum Fruehstueck begaben wir uns ins Restaurant weiter oben am Hang. Dort gab es auch WiFi und einen netten Ausblick. Der Platz ist nett und praktisch nah an der Faehre, aber fuer albanische Verhaeltnisse sehr teuer.

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(Foto: Markus)
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Re: Den Balkan erkunden ... und ein Stueck Tuerkei

Beitragvon pip » 27.08.2017 20:38

Der Tagesplan war es, den Ohridsee ueber Nebenstrassen und Waldwege zu erreichen. Das war nicht nur interessanter, bei einer Reisegeschwindigkeit von 90km/h waren Hauptstrassen sowieso nichts fuer Markus DR 350. Ich tippte ein paar Wegpunkte ins GPS, damit wir von den Hauptstrassen wegblieben.

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In Gramsh hielten wir an, um Geld und Essen zu besorgen. Das Doerfchen war sehr ruhig, und niemand scherte sich darum, dass ich vor der Polizei in zweiter Reihe parkte.

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Ich hatte Markus zwei Wegoptionen vorgeschlagen, eine leichte Route und eine nicht-so-leichte. Letztere hatte von den Tschechen, die mir die Route gezeigt hatten, damals den Spitznamen 'Brasilianische Todesstrasse' bekommen. Er entschied sich fuer die 2te Option, und obwohl ich den Track nicht dabei hatte, sollten wir ihn wohl finden, da sowohl die Karte als auch das Garmin eine Route zeigten.
Kurz hinter Gramph zweigte der Weg vom Asphalt ab, und wir hielten an, um eine Kleinigkeit zu essen. Hinter uns bauten sich dunkle Wolken auf, aber wir hofften, dass sie woanders hinziehen wuerden.

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Der Weg fuehrte uns gen Nordosten, grob einem Fluss folgend.

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Hier hatte ich die erste Gelegenheit, mich mit der Elektronik der Africa Twin bekannt zu machen: Schaltmodi, Traktionskontrolle, ABS ... im Vergleich zu Markus DR war dies ein Spaceshuttle. Meine Idee war, die Funktionen wirklich auszuprobieren, anstatt einfach alles auszuschalten - ich musste aber noch die Anleitung raussuchen, um herauszufinden, wofuer die G-Taste war. Naja, ich fuhr das Ding erst seit 2 Tagen.

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(Foto: Markus)

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Wirklich wiedererkennen konnte ich den Weg nicht, denn 2 Jahre zuvor war ich in entgegengesetzter Richtung gefahren. Den Spitznamen Brasilianische Todesstrasse hatte es wegen eines kurzen Abschnittes am Ostende gegeben, da waren wir jetzt noch nicht.

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An einer Wegzweigung waren sich unsere beiden Garmins uneins. Ein Hirte wies uns nach links und wurde recht laut, weil wir eigentlich rechts wollten. Da es unsinnig war, mit Hirten zu streiten, fuhren wir dann doch links.

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Re: Den Balkan erkunden ... und ein Stueck Tuerkei

Beitragvon pip » 27.08.2017 21:42

Hin und wieder kamen wir durch kleine Doerfer. Am Anfang hatten wir sogar einen alten Bus ueberholt, aber der wuerde nur die ersten paar noch erreichen.

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Noch immer hingen uns die Regenwolken im Nacken, und auch die Strasse war teilweise noch nass. Hier sieht man Markus bei einer Bodenprobe.

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Die Einheimischen waren durchweg sehr freundlich.

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Dann wurde der Weg technisch anspruchsvoller, und ich war froh, im Vorhinein noch einen Bodenschutz montiert zu haben. Wegen des Regens ware der Boden oft weich und diese Steine waren recht locker. Ich drehte die Traktionskontrolle zurueck, um nicht etwa das Momentum im falschen Moment zu verlieren.

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Lokalverkehr - hier gab es keine Busse mehr.

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Als der Regen uns dann einholte, wurde der Boden richtig glitschig.

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Hier war eine besonders enge Stelle, und man kann sehen, wie der Berg durch Erosion geformt wird. Keine Ahnung, wie die Leute hier herum kommen - ich wuerde nicht einmal einen Suzuki Jimni noch hier durch fahren. An einer Stelle rutschte mein Motorrad zur Seite, und ich blieb beim Korrekturversuch schliesslich in diese Furche haengen. Mich stoerte das nicht, ich war gluecklich, das der Hang nicht mit mir und dem Mopped zusammen abrutschte. Mit Markus Hilfe war das Motorrad bald wieder in der richtigen Spur.

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(Foto: Markus)
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