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Mongolei, Achtung auf der Strecke Tashanta bis Olgii

Probleme unterwegs? Wir versuchen zu helfen!

Mongolei, Achtung auf der Strecke Tashanta bis Olgii

Beitragvon klausmong1 » 26.10.2015 12:40

Ich hab im englischsprachigen HUBB Forum eine Warnung zum Westen der Mongolei geschrieben, und inzwischen haben sich auch viele gemeldet, manche direkt im Tread, manche mit PN bei mir.

Die Vorfälle dürften also kein Einzelfall sein.

Also kurz die Infos:

Ich war 2013 und 2015 in der Mongolei.
Wenn man von Russland über das Russische Altai in den Westen der Mongolei kommt, dann sollte man etwas aufpassen mit den Leuten dort.

2013 wollte man uns dort schon bescheissen wo es nur geht, beim Tanken, beim Einkaufen usw.
Da passieren Dinge wie bei meinem Kumpel wurde der Zapfhahn aus dem Tank genommen, und der Zähler lief weiter.
Rückgeld wurde einfach nicht herausgerückt, mit der Begründung, man habe kein Wechselgeld, erst als sich der Polizist näherte wurde es auf einmal rausgerückt.
Mongolische Jungs wollen einem erklären, man benötigt in Kürze einen LKW um über das Wasser zu kommen und sie würden das für Geld gerne organisieren ( da war keine solche Wasserdurchfahrt )
Ebenso die Geldwechsler direkt an der Grenze, die einem mit richtig üblem Kursen über den Tisch ziehen wollen ( ca 1/3 weniger als offiziell )
USw.

Aber so wie heuer war das echt richtig krass.

Im Westen der Mongolei ist eine kasachische Minderheit, und ich hab was gegen Rassismus, aber leider ist das dort wirklich anders.
Wir wurde von einer Gruppe Junger Männer auf Mopeds gestoppt. Auf ca halben Weg zwischen Grenze und Olgii.

Mir waren die schnell irgendwie suspekt und ich bin dann ein paar Meter weiter vor gefahren.
Die sind auch immer auf den Mopeds rumgelümmelt und hatten Ihre Hände immer verdächtig nahe an den Taschen.
Als wir dann weiterfuhren fehlte Einiges.
( bei mir nicht, aber beim Rest )

Mir wurde das auch schnell komisch, denn sie wollten wissen, wieviel Geld man mithat, was das Motorrad wert ist und wieviel Touristen noch an der Grenze sind.

Die Jungs telefonieren auch schnell nach Olgii und geben die Infos weiter, dort wird man schon erwartet.

In unserem Fall war es so, das wir ins Blue Wulf Ger camp wollten, ich kannte das schon und das ist echt OK und hat Duschen und WiFi usw.
Preis 10 Dollar pro Person .
Aber wir wurden am Ortseingang an der Strasse gestoppt und man wollte uns richtig in ein Ger Camp gleich neben der Strasse ziehen.
Das war schon richtig aggressiv.
Als wir sagten, wir wollen zu Blue Wulf, da meinte man noch, das gibt es nicht mehr usw ( natürlich alles Lüge )
Ebenso wartete neben der Strasse auf uns auch ein Finne, der wußte das 4 Motorradfahrer kommen und wollte uns treffen.
Von Ihm wissen wir auch von dem Anruf, denn das war der Grund, warum er auch wartete.
Wir sind aber definitiv nicht in das Ger Camp, ist zwar mit 5 Dollar billiger, aber keine Duschen und kein WiFi.
Und wenn man vorher ausgefragt wird was man an Wertgegenständen dabei hat, dann ist das für mich kein gutes Zeichen.

Aber egal.
Wir haben dann im Blue Wulf weitere Fahrer getroffen, die alle die gleichen Erfahrungen hatten.
Es wurde geklaut wenbn sie gestoppt wurden, entweder direkt vor Ort oder sie wurden eingeladen Gers zu besuchen.
Und dann hat man Ihnen was zu trinken gegeben und dann nach der "Einladung" Geld für die Gastfreundschaft verlangt.
Bei eigentlich allen fehlten dann Teile der Ausrüstung, wenn das Motorrad unbeaufsichtigt vor der Ger stand

Ebenso wollen die unbedingt Schlafmöglichkeiten andrehen, wenn man das ablehnt, dann wird man auf eine Strecke geschickt, wo der " Nette Zimmervermieter" genau weiß das man nicht durchkommt, umdrehen muß und dann wegen Zeit erst Recht bei ihm übernachten muß.
Das hat er mit Leuten durchziehen wollen, die wir getroffen haben, die sind auch nicht weitergekommen, haben aber dann nicht mehr bei Ihm übernachtet.

Wie diese Übernachtungen ausgehen können, kann man hier nachlesen:
https://www.crazyguyonabike.com/doc/pag ... 38320&v=1a
Ist in Englsich geschrieben.
Aber der Typ wurde in der Nacht beraubt, als er es gemerkt hat wurde er übel verprügelt, er mußte ohne seine Sachen fliehen und mußte in weiterer Folge seine Reise abbrechen und verletzt aus Olgii mit dem Flieger nach UB.

Der Typ der ihn verprügelt hat, der kommt in meinem Video vor, es ist der Erste mit dem Roten Moped relativ am Anfang des Films

https://www.youtube.com/watch?v=gkC_tUuY77M

Ich habe auch wirklich viele getroffen, und auch Schreiben bekommen, die ziehen das richtig übel durch.

Rob, ein Engländer hatte 2013 dort einen Unfall, was gebrochen und mußte ins Krankenhaus.
Dort in olgii war er auf Narkotika und hat seine Wertgegenstände wie Brieftasche, Navi, Gopro usw im Bett bei Ihm gehabt.
Die Jungs kamen, habe ihn durchsucht und alles weggenommen, er hat es mitbekommen aber konnte nichts tun, nicht schreien oder sonst was.

Es war auch einer der Jungs, die bei meinem Video zu sehen sind.

Mein persönlicher Tipp:
Bleibt auf keinen Fall stehen , wenn eine Gruppe mit Mopeds Euch zu stoppen versucht, die machen das relativ aufdringlich und zwingen einen fast stehenzubleiben.
Es reicht schon, das die die Info per Telefon weitergeben und Ihr in Olgii schon erwartet werdet

Wer gerne Offroad fährt, es gibt eine Strecke etwas weiter südlich, die führt an den ganzen Gaunern vorbei und ist landschaftlich viel schöner.
Da hat man dann Ruhe vor Denen und man wird auch nicht erwartet.

Es sind anscheinend auch nicht die Einzigen dort in der Gegend, die so agieren.

Und nebenbei, heuer wollten uns Mongolische Kasachen an der Grenze verprügeln, weil wir das taten, was in den Ländern üblich ist.
Nämlich an der Linie mit Autos vorzufahren.
Die Grenzer wollten uns reinlassen, die Leute dort aus der Gegend haben das mit Gewalt verhindert.
Vermutlich hätten wir Geld zahlen sollen um auf "Ihre" Liste zu kommen wer wann drankommt.
Das taten wir nicht, dann wurde das echt ungut.
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Re: Mongolei, Achtung auf der Strecke Tashanta bis Olgii

Beitragvon MathiasH » 28.10.2015 17:40

Hi Klaus,

danke für die Infos. Was wurde denn bei deinen Kumpels geklaut? Hattet ihr alle Koffer oder Taschen? Ich fahre ja nächstes Jahr mit Satteltaschen + Gepäckrolle, hatte aber auch vorher schon etwas Bedenken, da ist man schnell drin...
Motorradtour von Alaska nach Feuerland. [url]http://panamericana2012.wordpress.com/[/url]
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Re: Mongolei, Achtung auf der Strecke Tashanta bis Olgii

Beitragvon klausmong1 » 28.10.2015 19:12

Alles mögliche, von Leatherman bis Werkzeug.

Was die halt so auf die Schnelle erwischen.

Aber der Tip, am Weg dort einfach nicht stehenbleiben wo Leute sind.
Und wenn welche auftauchen einfach weiterfahren.

Gepäck war von Alukoffern bis Softbags alles dabei.

Mein Tip:
ich hab Mongolei mit Alukoffern und mit Softbags gemacht.
Ich würde immer zu Softbags raten.

Zumindest für die REise dort.
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Re: Mongolei, Achtung auf der Strecke Tashanta bis Olgii

Beitragvon kurvenfieber » 01.11.2015 11:48

Hi Klaus,
das macht mir richtig Angst...
Da wollte ich auch durch, und ich wollte das alleine machen.
Was wenn durch deren agressives Verhalten ein Unfall provoziert wird und ich hilflos bin?
Ich stelle es mir nicht einfach vor mit einer vollbeladenen R100 GS unberechenbaren Hindernissen (eben diese Mopedfahrer) auzuweichen...
Und die nördliche Offroadstrecke zu nehmen fällt aus weil ich alleine bin.
Was tun?
Grübel, Grübel...
LG
Herbert

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Re: Mongolei, Achtung auf der Strecke Tashanta bis Olgii

Beitragvon klausmong1 » 01.11.2015 11:59

Ich würde einfach nicht stehenbleiben dort.

Das geht schon.
Die winken und versuchen einen zu stoppen.
Wenn man sich nichts denkt und stehenbleibt ist das halt blöde.
Sonst einfach so tun als ob man stehenbleibt und weiterfahren.

Die Nordstrecke welche befahrbar ist geht auch über Olgii.
Wenn Du vorher abbiegst dann viel Spaß. Da kommst nicht durch.

Generell mein Tip:
Die Mongolei würde ich nicht alleine machen.
Gibt immer wieder welche die tun das, aber es ist schon hart dort.
Und von daher würde ich versuchen wen zu finden der mitfährt.
Sollte auch kein Problem sein, im Altai bzw an der Grenze trifft man immer wen.
Und wenn Du in Olgii ins Blue Wulf gehst dann triffst auch Mopedfahrer.

Ich dachte auch daran das heuer allein zu machen wenn ich niemand finde, war aber froh es nicht getan zu haben.

Persönlich noch finde ich die Strecke Olgii - Khovd - Altai . Uliastai - Tosontsengel - Kharakorum viel schöner als die Nordroute.
Man kommt auch über höhere Berge.
Die Nordroute ist am ANfang lange flach ( Ulaangom bis Tes ) und immer nur auf ca 900m
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Re: Mongolei, Achtung auf der Strecke Tashanta bis Olgii

Beitragvon kurvenfieber » 01.11.2015 12:18

Da war ich wohl zu blauäugig...da muss ich mir vor der Mongolei Mitfahrer finden. wie einfach oder kompliziert das ist kann ich nicht einschätzen, denke abe dass sich das auf der Reise ergibt.
Hab vielen Dank für Deine Tips!!
Ich gehe mal rüber in die Nachbarkneipe (Hubb) :D
LG
Herbert

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Re: Mongolei, Achtung auf der Strecke Tashanta bis Olgii

Beitragvon klausmong1 » 01.11.2015 12:33

Ergibt sich auf der Reise.

Im Altai trifft man immer wieder Fahrer, und spätestens Grenze bzw Olgii.
Machst halt sonst einen Tag pause.
Wenn man mal dort ist ist man eh froh mal Pause zu haben.

Dann triffst auch wen 8)
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Re: Mongolei, Achtung auf der Strecke Tashanta bis Olgii

Beitragvon sushi » 01.11.2015 15:16

Hallo

Danke Klaus für die Warnung.

Schade die Entwicklung.
Je mehr Reisende bescheid wissen, desto schwieriger für die.

99% der Bevölkerung weltweit sind nett aber es gibt überall welche die es nicht sind.
Schlechte Menschen gehen dort hin wo sie leichte Beute finden.
Aufgrund der Tatsache dass dort jeder durchmuss haben die ein leichtes Spiel.


@kurvenfieber
Ich empfand die Mongolei 2013 als sehr entspanntes Reiseland, beim Wildcampen habe ich versucht meinen Platz so zu wählen dass ich erst am nächsten Tag Besuch erhalten habe. Diese waren immer freundlich und aufgrund der Sprachbarriere nur kurz.
Die Menschen in den Ortschaften waren eher zurückhaltend aber ich hatte nie das Gefühl betrogen zu werden.

Ob man durch die Mongolei alleine oder in der Gruppe fährt hängt sehr vom eigenen Reisestil ab.
Fahrtechnisch muss man sich bewusst sein dass alles, ausser der Südroute, heftig wird und kein Vergleich ist zu einer LGKS/Assietta, die man schon mal, mit oder ohne Gepäck, gemacht hat.
Eine Gruppe gibt mehr Sicherheit aber bei einem Unfall muss man sich auch bewusst sein dass in der nächsten halben Stunde kein Hubschrauber vorbeikommt sobald man auf den SPOT drückt.

Alles in allem eines der schönsten Länder für Motorradfahrer.

gruss sushi
sushi
 
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Re: Mongolei, Achtung auf der Strecke Tashanta bis Olgii

Beitragvon klausmong1 » 01.11.2015 15:56

Stimme Dir da uneingeschränkt zu.

Die Mongolei ist ein wunderbares REiseland und die Menschen sehr freundlich.
Ausnahmen gibt es, meist besoffene Jungs in Ortschaften, aber denen geht man aus dem Weg wie bei uns auch.

Und die Südroute ist jezt auch kein Spaziergang, auch wenn viele diese als "Leicht" sehen.

Generell ist die Mongolei hart für Mann(Frau) und Material.
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Re: Mongolei, Achtung auf der Strecke Tashanta bis Olgii

Beitragvon DrWolle » 03.11.2015 12:44

Moin moin,
ich kann Klaus und Sushi nur Recht geben. Uns blieben zum Glück die von Klaus geschilderten Erfahrungen direkt nach der Grenze erspart, weil wir schon spät dran waren und direkt auf Asphalt nach Olgii gedüst sind, aber in Olgii wollten uns dann einige Leute zu ihren Ger-Camps lotsen.
Wir sind aber einfach weiter gefahren zum Blue-Wolf-Camp.
Ansonsten ist die Mongolei einfach nur ein super Moppedland mit traumhaften, aber anspruchsvollen Strecken. Alleine zu fahren würde ich nicht empfehlen, zu Zweit ist immer besser! Wir hatten unterwegs im Altai einen Engländer aufgenommen mit ner 1200er ADV. Er hat sich auf der Nordroute einige Male gelegt und hätte seinen 400kg Bomber nie Alleine wieder hochbekommen. Und an ein paar Stellen war Schiebung angesagt :mrgreen:
Deswegen passt das schon mit ner Gruppe, außerdem machts dann viel mehr Spaß, solange es nicht mehr als 3 Personen sind :D
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Re: Mongolei, Achtung auf der Strecke Tashanta bis Olgii

Beitragvon kurvenfieber » 08.11.2015 20:32

Habt vielen Dank für Eure Einschätzung.
Herausforderungen suche ich nicht, ich denke die werden mich schon finden :wink:
D.h. für mich bei der Wahl der Route, soweit möglich, die leichtere Variante zu nehmen.
Ich hatte einen sau doofen Unfall in Chefchaouen, mitsamt abenteuerlicher Rückreise nach Barcelona mit gebrochenem Knie.
Das hat meine Risikobereitschaft wieder auf vernünftiges Maß gebracht.
Play it safe ist also für mich mittlerweile Programm, ohne dass ich ängstlich wäre.
Eure Hinweise jedoch helfen enorm, gut vorbereitet und gewarnt zu planen.
LG
Herbert

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Re: Mongolei, Achtung auf der Strecke Tashanta bis Olgii

Beitragvon kurvenfieber » 28.12.2017 17:46

Update.
wir haben die Lumpen dort getroffen. Ich bin im Juni letzten Jahres durchgekommen.
Zuerst kam die Einladung, dann winkten zwei männer und ein Kind mit Moped um Benzin und in Olgi war Krieg...
Der Typ dem der Schwiezer die Zähne ausgeschlagen hat, habe ich auch getroffen. Als ich ihm sagte dass ich ihn erkannt habe und wer er ist, hat er panisch und fluchend die Flucht ergriffen. Er war im auto mit Frau und Kind unterwegs...
Zwei andere haben mich mit dem Auto abfgedrängt, ich konnte mich gerade noch ins Blue wulf retten.
Das war echt gefährlich!
Olgi ist ein Rattennest! Wir wurden bei der abreise bespäht und verfolgt, wir konnten sie aber abhängen. Alles in Allem eine Erfahrung auf die man verzichten kann.
LG
Herbert

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