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Die schmutzigen Tricks der Verschiffungsfirmen und Freight F

Nach Afrika? Das Darien Gap überspringen? Wie kommt das Mopped nach Kathmandu?

Die schmutzigen Tricks der Verschiffungsfirmen und Freight F

Beitragvon mika » 10.02.2016 23:01

Die schmutzigen Tricks der Verschiffungsfirmen und Freight Forwarder


Hallo zusammen,

dieser Thread soll als Hilfe und Warnung dienen für alle, die ihr Fahrzeug verschiffen wollen. Es wäre gut wenn ihr Eure negativen Erfahrungen und Warnungen vor einzelnen Firmen oder Personen an andere Reisende hier kurz beschreibt. Als Grundlage für die zwei Tricks, die ich hier erklären will, dient meine Verschiffung meines Motorrades von Stuttgart nach Valparaiso in Chile.

Ich habe schon oft Motorräder verschifft, auch schon nach Valparaiso in Chile, aber so abgezockt worden bin ich noch nie. Vorsicht also. Wie mir gesagt wurde, handelt es sich bei Trick 1 und Trick 2 um eine wohl bekannte Abzocke, die wohl sehr häufig vorkommt. Leider kannte ich beide Tricks nicht, und möchte deshalb euch hier warnen.


Trick 1: Bill of Lading

Zum Grundverständnis: Bill of Lading - deutsche Übersetzung laut Wikipedia: Konnossement oder Schiffsfrachtbrief. Ich werde hier die Abkürzung BoL verwenden. Anspruch auf Ausstellung eines BoL hat nach erfolgter Abladung der Ablader (Versender). Normalerweiser wird der BoL ausgestellt nachdem das Schiff im Ausgangshafen beladen wurde und dann wird dem Versender der original BoL übergeben. Das BoL ist ein Warenwertpapier, es repräsentiert die verschifften Güter. Ohne den BoL im Original bekommt der Empfänger die Ware nicht. Die Ausstellung des BoL erfolgt durch den Verfrachter und ist dem Versender nach erfolgter Ablieferung der Ware, oder Beladung des Schiffes zu übergeben.

Die Firma, die ich mit der Verschiffung meiner Kiste (Inhalt: ein Motorrad) beauftragt habe, war Name gelöscht

Leider wurde mir von Name gelöscht der BoL im Original trotz mehrfacher, rechtzeitiger Nachfragen nicht ausgehändigt. Es wurden mir immer nur unnütze Kopien geschickt. Name gelöscht nutzte SACO Shipping Line, Hamburg, für die Verschiffung meiner Kiste nach Valparaiso in Chile.

Ich hatte also dieses Warenwertpapier (BoL) nicht in Händen, als ich Valparaiso eintraf. Mir wurde dieser BoL erst verspätet ausgehändigt, nachdem ich die vollkommen überzogenen Hafengebühren an SACO Shipping S.A. Santiago bezahlt hatte. Hiermit wurde ich eindeutig erpresst, da ich ohne BoL im Original keine Möglichkeit hatte meine Kiste zu bekommen.

Als vollkommen überzogene Hafengebühren bewerte ich:

Totale Kosten bis Valparaiso Hafen: 680,00 Euro: (Transport Stuttgart-Bremen, Seefracht 2.6m3 nach Valparaiso, Prüfen und Stempel der Massivholzfüsse)

Hafengebühren mit Lagerkosten (Erklärung in Trick 2, das kommt weiter unten): 764,00 Euro

Für einen 40 Fuss Container mit einem Volumen von 67,5 m3 würde dies Hafengebühren und Lagerkosten in Höhe von 19.800 Euro bedeuteten, wenn man meine 2,6m3 Kiste und einen vollen Container zugrunde legt.

Pangaea Cargo wiederholte immer und immer wieder in jedem Schriftverkehr, dass natürlich Hafengebühren im Zielhafen anfallen und erklärte sich unschuldig und unwissend. Leider unterliess es die Firme (Name gelöscht) aber absichtlich mir den original BoL zukommen zu lassen, was diese Erpressung durch SACO Shipping S.A. erst möglich machte.

Bitte betrachtet dies als Warnung vor Name gelöscht


Trick 2: Lagergebühren im Zielhafen

Durch die, meiner Meinung nach absichtlich verspätete Ausstellung des BoL, nämlich 5 Tage NACH Ankunft des Schiffes in Valparaiso und nicht bei Auslaufen des Schiffes in Deutschland (wie es die Regeln vorsehen), wurden zusätzliche Lagerkosten fällig.

SACO Shippings Mr. Marco Leiva in Santiago de Chile schrieb: .... it is true that we had a little delay on sending original BL ....

An diesem Punkt wurde mir klar, dass jede weitere Kommunikation mit Mr. Leiva und Pangaea Cargo unsinnig sein würde.



Fazit: Die Kosten für die Abholung meines Motorrades in Valparaiso im Hafen haben sich auf ungefähr 1000 Euro (incl. Zollagenten und Unkosten) bezogen, die Gesamtverschiffungskosten auf ungefähr 1700 Euro.


Gruss von
mika aus Bolivien
Zuletzt geändert von mika am 11.04.2016 20:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die schmutzigen Tricks der Verschiffungsfirmen und Freig

Beitragvon harthel » 26.02.2016 18:29

Hi Mika,
das ist bitter. So ähnlich, aber nicht ganz so teuer, lief es 2012 bei meiner Verschiffung von Hamburg nach Buenos Aires ab.
Hartmut
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Re: Die schmutzigen Tricks der Verschiffungsfirmen und Freig

Beitragvon mika » 01.03.2016 22:32

Hallo Hartmut, ja habe ziemlich in die Sch... gegriffen, naja habe meinen Teil gelernt und hoffe hiermit andere Reisende (und dich, wenn du das nächste Mal kommst) gewarnt. Gruss mika
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Re: Die schmutzigen Tricks der Verschiffungsfirmen und Freig

Beitragvon mika » 11.04.2016 20:23

Aufgrund von massiven Drohungen und Krankheit habe ich gerade den Namen der Firma gelöscht.
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Re: Die schmutzigen Tricks der Verschiffungsfirmen und Freig

Beitragvon klausmong1 » 12.04.2016 08:54

Das war leider zu erwarten, das Firmen wie Pangea Cargo oder Andere hier mit Rechtsmittel kommen.


Persönlicher Tip von mir:
Ich habe schon einen Prozess wegen sowas hinter mir und wurde auch mit Rechtsmittel bedroht.

Sowas muß man mit Bedacht schreiben, und nicht wenn man sauer ist.
Und nur Meinung und Wahrheit schreiben, nicht warnen das man nicht hingehen soll.

Wenn man nur bei der Schilderung der Situation bleibt, dann können die nichts.

Bei mir war es damals so, das die Firma den Prozess verloren hat und meine Schilderung straffrei im Internet stehen konnte.
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Re: Die schmutzigen Tricks der Verschiffungsfirmen und Freig

Beitragvon MathiasH » 12.04.2016 09:52

Ich habe gestern Abend auch gedacht, das kann nicht wahr sein... Auch ein Tipp von mir: nimm den einen Satz mit der Erpressung raus (und dass der BoL "absichtlich" nicht zugestellt wurde) und schreibe den Namen wieder hin. Dann läuft deren Drohung ins Leere...
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Re: Die schmutzigen Tricks der Verschiffungsfirmen und Freig

Beitragvon enzo und martina » 02.10.2016 17:09

hallo mika,

tja, nun weisst du ja an wen du dich wenden kannst,

liebe gruesse aus valparaiso

deine kunterbunts :D
solltet ihr eure motorraeder, jeeps, wohnmobile etc. nach chile oder sonst wohin verschiffen wollen; meldet euch bei uns!
ausserdem koennen wir euch mit einem bastelplatz, sicherem parkplatz und sonstigem weiterhelfen.
liebe gruesse
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Re: Die schmutzigen Tricks der Verschiffungsfirmen und Freig

Beitragvon Olaf J. » 07.10.2016 21:50

Also die Wahrheit liegt meist irgendwo zwischen den Zeilen, aber ich möchte dazu nicht weiter ausholen....
wir haben seinerzeit einen günstigeren Komplettpreis incl aller Hafenkosten angeboten, aber das erschien zu teuer....

@Xenaidh
Für einen zuverlässigen Motorradtransport schaue Dich im Forum und im Web um, über wen andere verschicken oder wer mit diesen nicht alltäglichen Transporten Erfahrung hat

Gruss
Olaf
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Re: Die schmutzigen Tricks der Verschiffungsfirmen und Freig

Beitragvon dä Jetriebene » 20.10.2016 18:32

Oha, na, da waren die 1.500,-€ die ich damals bezahlt hab, ja richtig günstig. Für ein Motorradgespann. Also ein wenig größer. . .

Und ich hab selber eigentlich niGS gemacht. Ausser den Müll der Mitfahrer aus meinem BW geräumt.


Stephan
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dä Jetriebene

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Re: Die schmutzigen Tricks der Verschiffungsfirmen und Freig

Beitragvon ta-rider » 22.03.2018 13:28

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Re: Die schmutzigen Tricks der Verschiffungsfirmen und Freig

Beitragvon Olaf J. » 22.03.2018 13:40

ta-rider hat geschrieben:Ich denke es ist bekannt das sich das verschiffen von Motorädern um den Globus nicht lohnt. Es ist viel schlauer sich in Südamerika einfach ein lokales Motorrad zu kaufen oder in Asien eines für 4 Dollar pro Tag zu mieten. Damit fällt man nicht als Tourist auf, wird nicht behandelt wie Geld auf beinen und bekommt im Fall eines Falles alle Teile vor Ort:


Also das würde ich jetzt aber nicht so pauschal sagen! Letztlich hängt es immer ein wenig von den Ansprüchen an das Motorrad und der Reisedauer ab. Gehe nicht vor Dir aus, dem eine 125er reicht und der 9 Monate Zeit hat. Wir haben viele mit F800 aufwärts und 4-8 Wochen Zeit
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Re: Die schmutzigen Tricks der Verschiffungsfirmen und Freig

Beitragvon charly » 22.03.2018 15:11

Olaf J. hat geschrieben:
ta-rider hat geschrieben:Ich denke es ist bekannt das sich das verschiffen von Motorädern um den Globus nicht lohnt. Es ist viel schlauer sich in Südamerika einfach ein lokales Motorrad zu kaufen oder in Asien eines für 4 Dollar pro Tag zu mieten. Damit fällt man nicht als Tourist auf, wird nicht behandelt wie Geld auf beinen und bekommt im Fall eines Falles alle Teile vor Ort:


Also das würde ich jetzt aber nicht so pauschal sagen! Letztlich hängt es immer ein wenig von den Ansprüchen an das Motorrad und der Reisedauer ab. Gehe nicht vor Dir aus, dem eine 125er reicht und der 9 Monate Zeit hat. Wir haben viele mit F800 aufwärts und 4-8 Wochen Zeit


Richtig. Außerdem definiert jeder was sich "lohnt" anders. Wenn ich "nur" 8 Wochen habe und 1 Woche davon für kaufen und verkaufen (mit allen Nebengeräuschen) drauf geht bis ich starten kann, dann lohnt sich das für mich nicht. Egal, ob ich mit kaufen und verkaufen vor Ort Geld sparen würde, die eine Woche mehr Zeit ist es mit dann wert.
Abgesehen davon kann ich meine Maschine zu Hause in Ruhe vorbereiten und packen. Ich kenne die Historie der Maschine und muss mich nicht auf Aussagen verlassen, die ich nicht nachprüfen kann. Für mich lohnt sich verschiffen :D .

Und nebenbei: Die Südamerikaner, die ich unterwegs getroffen / kenngelernt habe, waren selbst auch alle nicht auf 125er unterwegs, sondern auf VStrom aufwärts.

Carsten
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(Augustinus Aurelius 354-430)
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Re: Die schmutzigen Tricks der Verschiffungsfirmen und Freig

Beitragvon enzo und martina » 22.03.2018 16:47

halloechen,
vorsicht, der kauf von fahrzeugen, bikes oder autos kann sich hinziehen, benoetigt viele behoerdengaenge und hinzu kommt das man das land nicht verlassen darf bevor das fahrzeug nicht " ordentlich" auf eure namen angemeldet ist. das kann zwischen 4 und 6 wochen dauern.

auch wir bieten sammelkontainer zu sehr guenstigen tarifen an- einfach melden. fuer ankunft ende juli, anfang august haben wir noch platz fuer hamburg- valparaiso und hamburg- cartagena.
liebe gruesse an euch alle
martina und enzo
solltet ihr eure motorraeder, jeeps, wohnmobile etc. nach chile oder sonst wohin verschiffen wollen; meldet euch bei uns!
ausserdem koennen wir euch mit einem bastelplatz, sicherem parkplatz und sonstigem weiterhelfen.
liebe gruesse
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Re: Die schmutzigen Tricks der Verschiffungsfirmen und Freig

Beitragvon mic_schaf » 22.03.2018 17:17

Meine 250ccm Oromoto in Ecuador zu kaufen und zuzulassen, hat genau 3 Tage gedauert.

Erster Tag: Zum Händler, Preis klar machen... zur Bank Bargeld holen.
Zweiter Tag: Nochmal zur Bank, den Rest Bargeld holen (Tageslimit)
Zweiter Tag: Zum Händler, bezahlen, Kaufvertrag und Vollmacht ausstellen (Händler schickt einen Ma. zur Zulassungsstelle und lässt die Kiste auf mich zu).
Dritter Tag: Motorrad und Reisepass wieder abholen und los fahren (300 km) bis zur ersten Inspektion...
Steht auch so auf meiner HP. :mrgreen:
Das Zulassen durch den Händler hat (glaube ich) 20$ extra gekostet und war es auch wert.
Beim selbst zulassen macht man in Südamerika garantiert mehrfach die Bekanntschaft von Pontius&Pilatus. :mrgreen:

Btw. Die in Südamerika erhältlichen China-Moppeds sind auf alten BRD-Maschinen gefertigte BRD-Motorräder (Zündapp, Kreidler, Puch) oder zumindest diesen sehr ähnlich. Lassen sich auch von voll-Deppen reparieren... :mrgreen:
Die Preise beginnen bei ca. 700-800€.
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Re: Die schmutzigen Tricks der Verschiffungsfirmen und Freig

Beitragvon Olaf J. » 22.03.2018 17:36

schon witzig wo der Eingangsthread hin driftet. Auch Dir kann ich nur sagen dass es darauf ankommt was man will, ich denke die meisten unserer Kunden wollen schlichtweg nicht mit einer 250er oder kleiner fahren sondern legen halt Wert auf hubraumstärkere und durchzugskräftigere Motorräder. Es gibt da kein richtig oder falsch sondern hängt von den persönlichen Belangen ab. Wir verschicken durchgehend das ganze Jahr über Motorräder rund um die Welt und sicher könnte der eine oder andere mieten oder buy-and-sell machen. Aber sie wollen es schlichtweg nicht oder es gibt nicht das für sie passende Motorrad oder sie möchten lieber das eigene mitnehmen oder oder...
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