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Motorradkombi für den Südamerikanischen Sommer

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Motorradkombi für den Südamerikanischen Sommer

Beitragvon stitch007 » 06.09.2016 22:15

Hallo zusammen,

ich rätsele seit einiger Zeit welche Kombi ich mir am besten für meinen Trip in exakt einem Jahr zulegen sollte. Meine geliebte Lederkombi dürfte ausfallen. Eine Textilkombi würde wohl Sinn machen. Aber was für eine? Da ich damit rechne sowohl sehr warmes und ggf. auch feuchtes Wetter, genauso wie knackige Kälte in den höheren Lagen zu haben, bin ich gerade nicht so ganz sicher was das am besten abdeckt.
Ich mag keine Textilklamotten mit diesen Membranen zum Einzippen. Sowas habe ich schon und irgendwie überzeugt mich das nicht. Die, die die Membrane integriert haben, haben dadurch jedoch in der REgel keine vernünftige Belüftung, was in den heißeren und schwüleren Gegenden auch wieder suboptimal sein dürfte.

Preis ist (erstmal) egal. Dass zum Beispiel die Klim Klamotten ordentlich Pattes kosten, habe ich bereits gemerkt. Ich habe nur keine Bock viel Geld für Schrott auszugeben, darum frage ich hier lieber mal nach.

Mein Reisezeitraum soll sich von Oktober bis Ende März erstrecken. Vernünftige Schutzklamotten sind genauso Pflicht wie ein guter Endurohelm.

Bin für Hinweise und Tipps jetzt schon mal allen dankbar!

VIele Grüße,
Thomas
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Re: Motorradkombi für den Südamerikanischen Sommer

Beitragvon Axel » 06.09.2016 22:50

Hallo Thomas,
ich werde dein Rätsel wohl nicht lösen, kann aber meinen Senf dazu geben.
Wenn du mit Lederkomi fährst brauchst du an den heißen Tagen eine zweite Person die dir abends aus den Klamotten hilft. Alleine fast unmöglich, da die Kombi schön auf der Haut klebt. An heißen Tage zu warm, an kalten Tagen zu kalt. Aber in Puncto Sicherheit unschlagbar.
Textil mit fester Membran ist schon angenehmer aber nicht sehr luftig, da durch die Membran winddicht. Der Vorteil ist, dass die Membran bei unvorhersehbarem Regen schon drin ist und die Kombi halbwegs wasserdicht ist. Bei lang anhaltendem Regen wird die Membran irgendwann undicht. Durch die Feuchtigkeit und dem Fahrtwind wird es dann sehr kalt. In manchen Bereichen zu kalt. Die Kombi ist am nächsten morgen noch unangenehm feucht.
Textil mit herausnehmbare Membran hat den Vorteil, dass die Kombi den Fahrtwind durchlässt, aber die gleichen Nachteile wie die Kombi mit fester Membran. Darüber hinaus wird sie noch nasser und bei plötzlich einsetzendem Regen komplett undicht.
Deswegen fahre ich mit einer Kombi mit herausnehmbarer Membran. Ohne Membran an heißen Tage, zippe die Membran ein an kühleren Tagen und ziehe Regensachen an, wenn es regnet. Wenn es scheiße läuft mit Membran und Regensachen. Kombi bleibt trocken, nicht zu kalt und auch nicht zu heiß.
Für mich die beste Kombination im Alltag und auf Reisen.
Ich könnte dir noch einen langen Vortrag über Membrane halten wann und wie sie funktioniert, aber das würde den Rahmen sprengen.
Bis die Tage,
Axel
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Re: Motorradkombi für den Südamerikanischen Sommer

Beitragvon mic_schaf » 07.09.2016 00:37

Richtig!

Eine dreiteilige Textiljacke mit möglichst vielen Reißverschlüssen um Frischluft hinein zu lassen.

- Jacke
- Regeninnenteil
- Wärmeinnenteil

Habe mir 2008 eine Uvex Trans World für 99€ gekauft und fahre sie immer noch (viel)! Meine Lederkombi bleibt fast immer im Schrank, zu warm, zu kalt, zu nass... irgendwas spricht immer für die Textiljacke.

Wobei: Wenn´s heftiger regnet, zieh ich trotzdem eine Regenkombi drüber, schützt auch viel besser vor Kälte und Wind... ich sage nur "Nordkapp" und Dauerregen...
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Re: Motorradkombi für den Südamerikanischen Sommer

Beitragvon sushi » 07.09.2016 00:57

Hallo

Ich hatte eine Textiljacke ohne Membran.
Gut für 15°bis 35°, bei Regen oder kälter eine Regenjacke(Polo ohne Membran) drüber und Pulli drunter.

gruss sushi
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Re: Motorradkombi für den Südamerikanischen Sommer

Beitragvon stitch007 » 07.09.2016 14:56

Hallo zusammen,

danke für Eure Tipps. Meine bisherige Variante war im Baltikum: Lederkombi mit Held Ganzkörperregenkombi drüber. Hat überhaupt nicht funktioniert. Das Wasser lief immer in der Falte am Bauch hinter die Reißverschluss-Schleuse und breitete sich dann darunter aus. Das lag möglicherweise auch an der Sitzposition auf meiner Aprilia.
Aktuell habe ich noch eine Textilkombi von Vanucci. Die hat so eine herausnehmbare Membrane in Jacke und Hose. Funktionierte bei zwei kräftigen Regengüssen von je etwa einer Stunde zuverlässig gar nicht. Darum bin ich von dem Konzept nicht wirklich überzeugt. Was mich bei vielen Textikombis auch stört ist, dass Protektoren etc. nicht zuverlässig an ihren Stellen sitzen.

Was mich mal interessieren würde: Welche Regenkombi zum Überziehen könnt Ihr mir denn empfehlen?

Viele Grüße,
Thomas
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Re: Motorradkombi für den Südamerikanischen Sommer

Beitragvon charly » 07.09.2016 15:14

Hallo Thomas,

stitch007 hat geschrieben:Was mich mal interessieren würde: Welche Regenkombi zum Überziehen könnt Ihr mir denn empfehlen?


ich fahre eine BMW Rain Lock 2. Die hat bisher alles an Regen abgehalten, auch > 10 Stunden mehr oder weniger heftigen Dauerregen in Norwegen. Meine GoreText Schuhe waren am Abend jedenfalls längst durch. Ich glaube vor so 2 Jahren gab es im Tourenfahrer einen Test von Regenkombis, aufgrund der dort ausgesprochenen Empfehlung hatte ich sie gekauft.

Ansonsten kann ich Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es die ideale Kombi für Südamerika glaube ich nicht gibt, jedenfalls nicht, wenn Du sagen wir mal einen Bereich Ushuaia bis Peru abdecken willst. Im Süden war ich mit meiner Polo Pharao mit integrierter Membran sehr zufrieden und recht froh mich nicht für die Sommer Kombi entschieden zu haben. Ab Höhe Mendoza lagen die Temperaturen dann häufiger deutlich über 35 Grad und ich glaube es gab bei diesen Temperaturen niemanden in unserer Truppe dem das Wasser nicht in Strömen runter lief. Auch die teueren TT Kombies haben da keine Wunder bewirken können.

Viele Grüße
Carsten
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(Augustinus Aurelius 354-430)
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Re: Motorradkombi für den Südamerikanischen Sommer

Beitragvon sushi » 07.09.2016 15:27

Hallo

Separate Jacke und Hose von Polo. http://www.polo-motorrad.ch/de_ch/rain- ... jacke.html
Nach dem ersten Jahr waren diverse Löcher im Material, jedoch leicht von innen mit Panzertape abgeklebt.
Kombis sind unpraktisch, Jacke und Hose sind genauso dicht wenn sie genug überlappen.

gruss sushi
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Re: Motorradkombi für den Südamerikanischen Sommer

Beitragvon stitch007 » 07.09.2016 17:56

Super.

Vielen Dank für Eure Einschätzungen und Hinweise. Dann kann ich mir zumindest schonmal was zusammenstellen. Ich werde nach derzeitiger Planung in Chile anlanden, mich dann nördlich halten Richtung Peru, Bolivien, Brasilien, Paraguay, Argentinien, Urugay, Argentinien und zurück nach Chile fahren. -Das ist die erste Planung. Hoffe, dass ich mir dafür nicht zuviel für 6 Monate aufgeladen habe. :D

Viele Grüße,
Thomas
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Re: Motorradkombi für den Südamerikanischen Sommer

Beitragvon scooter » 07.09.2016 18:04

Auch ich "Senfe" jetzt mal ab:

Wenn Du es mit Deinem Ego vereinbaren kannst reicht auch eine ganz normale Jacke aus dem Discount, bei Büse gibt es die Evo mit herausnehmbaren Goretex und ist ohne Futter (stört ungemein in der Atacama),
groß genug nehmen um in Punta Arenas noch ne schöne Fleece- Unterjacke drunterzuziehen (Zwiebelprinzip)
Die Goretexmembran hab ich gleich zu Haus gelassen, stattdessen hatten wir eine zweiteilige Regenkombi mit.

Und als Hose habe ich meine Schwabenlederkombihose mit Hosenträgern versehen: da kommt nichts durch. Kein Schlangenbiss, Hunde nur ab Schäferhund aufwärts (wenn sie die Stellen ohne Verstärkung finden) und bei einem Sturz (ja so was passiert im Schotter schon mal) gibt es nichts sicheres. Wer möchte schon wegen Beinverletzung den Urlaub abbrechen.

Die Jacke habe ich im letzten Hotel entsorgt, an der Hose war nix, außer schönen Erinnerungen
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Re: Motorradkombi für den Südamerikanischen Sommer

Beitragvon el gu » 07.09.2016 19:22

Axel hat geschrieben:Hallo Thomas,
ich werde dein Rätsel wohl nicht lösen, kann aber meinen Senf dazu geben.
Wenn du mit Lederkomi fährst brauchst du an den heißen Tagen eine zweite Person die dir abends aus den Klamotten hilft. Alleine fast unmöglich, da die Kombi schön auf der Haut klebt. An heißen Tage zu warm, an kalten Tagen zu kalt. Aber in Puncto Sicherheit unschlagbar.

Bis die Tage,
Axel


Ne lange Unterhose und ein langärmeliges Unterhemd unter die Lederkombi dürften verhindern, dass das Leder auf der Haut klebt.

Ich persönlich bevorzuge Lederhose mit langer Unterhose. Bei heißem Wetter wird so nur die Unterhose verschweißt, und die ist gut waschbar. Oben rum ne Textilkombi mit Lüftungsschlitzen, unter die bei Bedarf ein warmer Pullover gezogen werden kann.

Im Fall des Regens kommt über alles ne zweiteilige Regenkombi drüber. (In denen lässt sich's schneller auf's Klo gehen!). Die Regenkombi ist auch gut als zusätzlicher Wind- und Kälteschutz.

Also wie beim Wandern: Es grüßt das Zwiebelschalenprinzip!
Unterwegs auf BMW R 1200 GS

Bild

Solongsnedrengdissanedzkoid.
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Re: Motorradkombi für den Südamerikanischen Sommer

Beitragvon stitch007 » 07.09.2016 20:22

Ich glaube für mein Ego zählt nur, dass es nicht erfriert oder komplett wegschwimmt. -Da sind mein Ego und ich uns ziemlich ähnlich. :lol:

Prinzipiell liebe ich meine Lederkombi natürlich sehr und für hier ist sie auch erste Wahl. Allerdings ist sie eher nicht so wirklich pralle wenn ich mir vorstelle mal ein Motorrad aus dem Schlamm zu bergen oder wandern gehe. Insofern würde ich eine vernünftige Textilkombi tatsächlich deutlich bevorzugen. Gerne auch in Kombination mit einer zweiteiligen Regenkombi.

Viele Grüße,
Thomas
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Re: Motorradkombi für den Südamerikanischen Sommer

Beitragvon stitch007 » 09.08.2017 15:13

Hi zusammen,

nun mal die Auflösung, was es letztlich geworden ist. Ich habe nach einigem Hin und Her eine Klim Rally Adventure angeschafft. Die war eigentlich der insgeheime Traum, als ich begann mich damit auseinanderzusetzen. Doch in Summe 28xx€ für eine Kombi kam gar nicht infrage.
Irgendwann habe ich dann die Hose versucht mit einer Badlands Jacke zu kombinieren, was leider nicht ging. Also komplett auf Badlands umgeschwenkt und damit bin ich dann irgendwo bei 1900€ im Set gelandet. Sauteuer und... Ich war nicht zufrieden. Hose und Jacke nur mit einem kurzen Reißverschluss zu verbinden, der hinterm Rücken schon mit freien Fingern im Wohnzimmer nicht zu erfummeln war, da mochte ich mir gar nicht vorstellen, wie das dann bei Kälte, Hitze, Nässe, Staub werden würde.
Und da sah ich auf einmal, dass die Rally Jacke mit knapp 50% Rabatt verkauft wurde. Alles eingepackt, zurückgeschickt und nun habe ich die komplette Rallykombi für 1800€ bekommen. Auch verdammt viel Geld. Aber ich habe was ich wollte. Fehlen nur noch Hosenträger.

Aber selbst bei Hitze ist die Belüftung super, das sichere Gefühl fährt mit. Ich bereue es nicht, die Kombi so gekauft zu haben.

Viele Grüße,
Thomas
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Re: Motorradkombi für den Südamerikanischen Sommer

Beitragvon dä Jetriebene » 10.08.2017 22:55

sushi hat geschrieben:Hallo

Ich hatte eine Textiljacke ohne Membran.
Gut für 15°bis 35°, bei Regen oder kälter eine Regenjacke(Polo ohne Membran) drüber und Pulli drunter.

gruss sushi


So ähnliches mach ich das auch. Das Prinzip mit den einzippbaren Membranen ist mir bis heute nicht klar. Egal wie, im Zelt krieg ich eine nasse Textiljacke nicht mehr trocken. „Gummihaut" drüber. Fertig. So ist auch das Reinigen einfacher.

Leider kann man sich die Klim nirgendwo anschauen. Die Jacke als solches, könnte mir auch gefallen.


Stephan
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